Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Sprengstoffexperte zu Gast beim Stammtisch

Der Sprengstoffbeauftragte der Firma Tauber Dr. Andreas Heil, war bei der Rehauer SENIOREN Union als Referent zu Gast. Vorsitzender Edgar Pöpel erinnerte eingangs an die schweren Bombenangriffe der Alliierten bis in die letzten Kriegstage. Wenn die anglo-amerikanischen Bomberverbände, über unsere Region in Richtung Plauen, Chemnitz oder Dresden flogen, haben wir als Kinder das Inferno am nächtlichen Himmel beobachten müssen.

Dr. Heil wies darauf hin, dass bei Bauarbeiten auch nach 71 Jahren Kriegsende immer wieder in Bombardierungsgebieten Blindgänger gefunden werden. In den letzten Kriegsmonaten haben die britischen und amerikanischen Streitkräfte täglich rund 3000 Tonnen Bomben über Deutschland fallen lassen. Das fünf Jahre währende Bombardement deutscher Städte und Gemeinden im Zweiten Weltkrieg ist ohne Vergleich in der Geschichte. Neben Flucht und Vertreibung war es die größte Katastrophe auf deutschem Boden seit dem 30jährigen Krieg. Bombardiert wurden mehr als 1000 Städte und Ortschaften. Auf dreißig Millionen Zivilpersonen, überwiegend Frauen, Kinder und Alte, fielen nahezu eine Million Tonnen Spreng- und Brandbomben. Mehr als eine halbe Million Todesopfer und der unwiederbringliche Verlust der seit dem Mittelalter gewachsenen deutschen Städtelandschaft waren zu beklagen.

10 bis 20 % der Sprengkörper sind als Blindgänger einzustufen. Diese tickenden Zeitbomben belasten bis zum heutigen Tage in erheblichem Maße das Erdreich. Im heutigen Deutschland werden noch jedes Jahr etwa 5500 Bomben oder andere Explosivwaffen bei Bauarbeiten ans Tageslicht gebracht. In Bayern wurden im Jahr 2010 über 35 Tonnen Weltkriegmunition gefunden, darunter 75 Tonnen Spreng- und Splitterbomben. Wird ein Blindgänger gefunden, müssen die Sprengmeister Herkunft und Typ der Bombe und Zünder klären, erst dann kann über die entsprechende Beseitigung entscheiden werden. An Hand einer kleinen Fliegerbombe, Granaten und anderer Geschosse, erläuterte Dr. Heil die Sprengwirkung. Er zeigte auch Luftaufnahmen der Bomberflotten, so sah man die Stadt Rehau aus der Luft vom April 1945 oder die Stadt Hof nach der Bombardierung. Nach einer lebhaften Diskussion waren sich alle Anwesenden einig, dass es nie wieder einen Krieg geben möge. Pöpel überreichte Dr. Andreas Heil als Dankeschön für den äußerst interessanten Vortrag ein Geschenk.

Rehau, den 19. April 2016

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