Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Vorwärts!! - Mit Riesenschritten nach Gestern!!

Die Regierung von Oberfranken hat in Verbindung mit der Initiative Baukunst in Ober- franken, Oberfranken Offensiv und dem Bund Deutscher Architekten, Land Bayern, einen Architekturführer erstellt. Von 139 eingereichten Projekten sind von sechs landes- und bundesweit hoch qualifizierten Persönlichkeiten unter dem Juryvorsitz von Dipl.-Ing. Christian Baumgart, Stadtbaurat in Würzburg, Präsident DAI, 50 moderne der Zeit gerechte Bauwerke ausgewählt worden. In einer Wanderausstellung wurden diese Meisterwerke bundesweit der Öffentlichkeit gezeigt. Unter diesen 50 erlesenen Werken sind die Neugestaltung der vormaligen Porzellanfabrik Zeh-Scherzer, dem heutigen Strontium mit dem Geschäftsfeld Automotive der Firma REHAU AG und die Neugestaltung des Maxplatzes der Stadt Rehau. Aus dem alterwürdigen Porzellangebäude wurden kommunikative wie sinnliche Büroräume in einer kongenialen Umgebung geschaffen.

Nach dem dritten verheerenden Brand im Jahre 1817 wurde als städtebaulicher Höhepunkt des klassizistischen Wiederaufbaus zwischen 1818 und 1824 die Stadt Rehau neu gestaltet mit dem weiträumigen Areal – dem Maxplatz – als einladenden Mittelpunkt der künftigen Wohn- und Lebensgemeinschaft. Unser alter Maxplatz strahlte einen etwas brüchigen Charme aus. Die Kastanien bildeten eine Konkurrenz zu den Friedenseichen und die großen unbefestigten Flächen waren kaum zugänglich.

Durch die grundlegende Neufassung des Maxplatzes im Jahre 2005 hat er ein neues modernes zukunftsweisendes Gesicht erhalten. Mit der Nutzbarkeit eines Teiles der Grünfläche, den eleganten Lichtstelen, dem Flußperlmuscheldenkmal, dem Franzosen-Denkmal und dem Herzstück - dem Zukuntsläufer mit dem einmaligen Denkmal inmitten des Maxplatzes - ist ein Meisterwerk an Unverwechselbarkeit, Beispielhaftigkeit, Originalität und Qualität für das aufkommende 21. Jahrhundert geschaffen worden. Das zusammengehörende Kunstwerk aus Brunnen, Granit, Glas, Stele, Wasserrinne und bronzenem Zukunftsläufer, der sein Kunststoffinnenleben mit einem Fensterchen zur Schau stellt, ist ein Wahrzeichen für eine aufstrebende Stadt und seine Bevölkerung. Je nach Bedarf und Tagesstimmung vermittelt das beruhigende Plätschern des Wassers und der dazugehörige Spielplatz eine insichgehende Ruhezone. Das vom Künstler Erwin Otte entworfene geniale Kunstwerk stellt die zeitgenössische Brunneninterpretation bewußt in die Achse der würdigen Kriegerdenkmäler und Friedenseichen und verklammert Tradition und Innovation. So die Feststellung hochangesehender Kunstexperten.

Aber was machen Stadtrat und Bürgermeister nach 10 Jahren Bestand und sanierbarer Undichtigkeit der Wasserrine? Sie ebnen dieses Denkmal ein und errichten einen neuen alten wie vor hundert Jahren geschaffenen einfachen und aussagelosen Allerweltsbrunnen, in den man wieder Waschpulver schütten kann oder über dem dann ein Zelt aufgestellt werden kann.

Der Abbruch des Denkmals am Maxplatz mit dem Zukunftsläufer als das Spiegelbild und Meisterwerk der Wertebindungen unserer Bevölkerung ist ein Stich in das Herz der Vernunft. Unserer Wohnstube wird die Ehre genommen; in einer Zeit des rasanten technischen und baulichen Fortschritts kehrt man hier zurück in das frühe 20. Jahrhundert. Die derzeit Verantwortlichen sind zu alt für die gegebene Zeit. Wer neu geschaffene Freiräume zerstört, engt das Leben für Arbeit, Freizeit und Erholung ein und läßt kulturelles Gedächtnis vermissen, schafft keine Impulsgeber und entwertet die Heimat.

Schade, dass die Regierung von Oberfranken – geradezu unverständlich – diesem Abbau zustimmte, obwohl der Präsident im Vorwort von guter Architektur als Standortmarketing im besten Sinne sprach und dies als Verpflichtung ansah. Denn Architektur in Oberfranken ist Ausdruck politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Strukturen, gleichzeitig kulturelles Gedächtnis und Impulsgeber, zugleich Erinnerungsträger und Entwicklungskatalysator in einer äußerst vielfältigen Region.

Die Rehauer Senioren-Union hat versucht, das Bauwerk zu retten, unsere Argumente wurden nicht angenommen – nicht einmal ein Gespräch konnte erwirkt werden - und als Nonsens abgetan, wir sind sehr traurig und enttäuscht über diese sonderbare Vorgehensweise!

Für unsere Darstellung wurde im Wesentlichen genutzt und als Unterstützung eingesetzt:

Enrico Santifaller: Aktuelle Architektur in Oberfranken, ein Architekturführer
Büro Wilhelm Verlag, Amberg, 2008

Dieses Buch ist ein Projekt der
- Initiative Baukunst Oberfranken (Herausgeber)
- Regierung von Oberfranken
- Oberfranken Offensiv – Forum Zukunft Oberfranken e.V.
- Bund Deutscher Architekten BDA Landesverband Bayern e.V.
- Initiative-baukunst@reg-ofr.bayern.de

Rehau, den 05.04.2016

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