Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Historiker Dieter Arzberger referiert zur Bedeutung der Denkmäler für die Stadt und die Bevölkerung!

Beim sehr gut gesuchten lebendigen Seniorenstadtstammtisch konnte Vorsitzender Edgar Pöpel neben dem Referenten Dieter Arzberger auch Dr. Friedrich Burger, jahrzehntelanger, erfolgreicher Mitgestalter in Rehauer Stadtrat, Christian Peter Rothemund Kulturpreisträger und Träger der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken, Dietrich Metzner, Träger der Verdienstmedaille der Stadt Rehau und Pöpels Cousin Probst a. D. Henry Lohse, Rostock Freund und Wegbegleiter von Bundespräsident Joachim Gauck begrüßen. Regionalhistoriker Dieter Arzberger hat mit seinen fachkundigen, brillanten Ausführungen die Stammtischteilnehmer begeistert. In der Stadt Rehau gibt es 64 Baudenkmäler Pechsteine, Brunnentröge, Dreiseithöfe, Wohnhäuser mit Traufseitbau und Grenzsteine. Besonders hervorzuheben sind die beiden Kriegsgefallenendenkmäler am Maxplatz von 1871 und 1918, das ehemalige Cafe Horn, ev.-luth. Gemeindehaus von 1818, das ehemalige alte Rathaus, Amtsgericht und Landratsamtgebäude in der heutigen Wohnstube, dem Maxplatz. Herausragendes Ensemble ist die Friedrich-Ebert-Straße und die Pfarrstraße, dieses Gebiet umfasst den Kernbereich nach dem Stadtbrand von 1817 und den erfolgten Wiederaufbau der Stadt. All diese Gebäude sind im Register des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege eingetragen. „Rehau ist eine geschichtsbewusste reiche Denkmalstadt“. Aber auch die in den letzten Jahren geschaffenen Kunstobjekte als Denkmäler kamen zur Sprache. So das Jahrtausendwendedenkmal vor dem Rathaus mit dem Sinnspruch „Rehau in aller Welt, mit aller Welt“, das Kartoffeldenkmal, das Flussperlmuscheldenkmal, das Familiendenkmal am Siedlerfestplatz, der Visionär im Kreisel Adlerstraße, das länderübergreifende Denkmal Oelsnitz, Asch, Rehau im Kreisel der B289 um nur einige zu nennen. In der Diskussion wurde das 10 Jahre alte Denkmal „Zukunftsläufer“ in mitten der innerstädtischen Anlagen besonders erwähnt.

Der Zukunftsläufer ist das Wahrzeichen von Rehau, so Jurymitglied Dr. Burger. Nach den Brand 1817 hat uns Baukondukteur Baumann auf Geheiß von König Maximilian eine moderne zukunftsweisende Stadtgestaltung geschenkt. Im Jahre 2005 ist durch die Neugestaltung der Innenstadt mit einem neuen Denkmal und der Platzneufassung das nächste Jahrhundert eingeläutet worden. Denkmäler reißt man nicht ab, wer dies tut hat die Beziehung zur Lebenswirklichkeit verloren, so Dr. Burger. Hartmut Burau unterstrich, dass nur die Wasserrinne undicht ist. Die Mechanik des Kunstobjektes ist in Ordnung. Die Stadt selbst hat am 11. April 2015 ein Sanierungsangebot eingeholt, Kosten € 13.164,82, der Künstler Erwin Otte hat am 15.09.2015 € 10.000 Sanierungsgeld bezahlt und die Stadt hat mit Schreiben am 10. Aug. 2015 dem Gericht mitgeteilt, dass im beidseitigen Einvernehmen der vierjährige Rechtsstreit beendet ist. Unerklärlich warum diese Leuchtkraft und zukunftsweisender Sendbote vernichtet werden soll, kein Stammtischteilnehmer zeigt dafür Verständnis, so Hartmut Burau. Edgar Pöpel verdeutlichte, dass Denkmäler und Gedenksteine Lichtbilder sind, sie strahlen den Erneuerungsgeist für die Zukunft aus, sie geben uns allen Orientierung. Das Denkmal in mitten am Maxplatz zeigt Entwicklungsgeschichte der reichen Industriestadt und vermittelt die Wertebindungen unserer Einwohnerschaft wie Fleiß, Pflichtbewusstsein, Besonnenheit, Redlichkeit. „Stadtkultur schafft Gemeinschaftssinn, dieses Bauwerk ist Auftrag und Verpflichtung“, so Edgar Pöpel. Ehrengast Henry Lohse erzählte aus seinem gemeinsamen Wirken mit seinem kirchlichen Amtsbruder und Freund Bundespräsident Joachim Gauck in Rostock in schwierigen Zeiten der DDR. Viele Jahre wohnte er mit ihm Haus an Haus und haben in der Petrikirche zu Rostock gepredigt. Das Wort Gottes und die brüderliche Verbundenheit zu den Gemeindmitgliedern hat die Menschen beflügelt und so die friedliche Revolution eingeleitet. Lohse hat heute noch engen Kontakt zum Bundespräsidenten und wird von ihm immer wieder eingeladen. In den Büchern von Joachim Gauck wird Henry Lohse öfter zitiert. Seine Ausführungen waren ein würdiger Abschluss der Stammtischrunde.

Rehau, den 18. Januar 2016

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