Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Bio-Energie bei Süd-Leder

Rehau – 10.02.2014 – Die Senioren-Union Rehau hat das Angebot für ihre Mitglieder und Freunde modifiziert. Statt der bisherigen Wirtshausgespräche steht künftig in ähnlicher Form „Der lebendige Stadtstammtisch“ auf dem Programm. Die erste Veranstaltung dieser Art ging in diesen Tagen im VfB-Heim über die Bühne.

Der Vorsitzende Edgar Pöpel stellte im Rahmen des Abends den CSU-Landratskandidaten Dr. Oliver Bär vor. Bär stand bereits in jungen Jahren als JU-Kreisvorsitzender in Verbindung zu Rehau. Daher ist ihm auch die Kommunalpolitik der Stadt bestens bekannt. In einem kurzen Überblick umriß er seine Vorstellungen als Landrat für die Region, er zeigte Verbesserungsmöglichkeiten auf und er konnte schnell das Vertrauen der Gäste gewinnen, nicht zuletzt aufgrund seiner Pragmatik und realistischen Vorstellungen. Die Einbeziehung der Kenntnisse und Erfahrungen der älteren Mitbürger in die Kommunalarbeit sind für ihn selbstverständlich.

Die Stadtratskandidatin Dr. Beate Haaser war von den Senioren zu einem Kurzreferat über den heutigen Stand der Bio-Energie-Gewinnung der Firma Süd-Leder gebeten worden, nachdem bereits 2009 und 2012 bei Betriebsbesichtigungen eine Übersicht über den damaligen Stand der Entwicklungen informiert worden war. Mittels Grafiken über den Beamer zeigte die Referentin, die im Hause Süd-Leder für das Labor und die Kläranlage verantwortlich ist, die Erfolge bei neuartigen Techniken auf. Die Projektidee vom Kundenwunsch über die Produktion bis zur Abfall-Entsorgung wurde in verständlicher Weise übermittelt. Mit eingebunden war dabei auch die Tierfettgewinnung, bei der über eine Anlage aus den Rinderhäuten Fett als Ersatz für fossile Brennstoffe abgespalten wird. Für die Umwelt bedeutend ist dabei, daß bereits seit der Entwicklung in den Jahren 2007-2009 der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um 4.500 Tonnen reduziert wird. Das Herzstück der Energiegewinnung ist die Biogas-Anlage westlich der Katharinenhöhe. Die Entwicklung dieser Anlage zog sich über viele Jahre hin, da erst Erfahrungen über eine 20-Liter-Versuchsanlage gesammelt werden mußten und immer wieder Behörden wie das Bundesumweltamt einzuschalten waren, bis im Jahre 2008 die Entscheidung für den Bau der zwei Fermenter und des Gasbehälters getroffen werden konnte, immer behaftet mit dem Risiko, daß diese weltweit neuartige Anlage letztendlich auch funktionieren und wirtschaftlich betrieben werden kann. Heute werden täglich 7000 cbm Gas erzeugt, das teils in einem Blockheiz-Kraftwerk (BHKW) in Wärme und Strom umgewandelt wird, teils mittels einer Gasleitung in das Unternehmen an der Schwarzenbacher Straße geleitet wird und dort verbraucht oder auch in das öffentliche Netz eingespeist werden kann. Die Gasleitung ist so konzipiert, daß bei Bedarf auch schon unterwegs Gas an Dritte abgezweigt werden kann oder daß auch anderweitig erzeugtes Gas (z.B. wenn die von der Stadt Rehau geplante Biogas-Anlage mit Grünabfällen aus dem Landkreis Gas produziert) in die Leitung bzw. in das Netz eingespeist werden kann. Das Unternehmen hofft, in der Zukunft ohne Fremdenergie auszukommen und man damit unabhängig von ständig steigenden Energiepreisen wird. Natürlich ist auch die Politik zu beachten, weil nach dem derzeitigen Stand selbst für eigenerzeugten Strom gemäß dem Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) Gebühren vorgesehen sind. Trotz allem sind die Entwicklungen eine Erfolgsgeschichte, weil eine Erhaltung der Flexibilität in der Produktion gesichert wird und zum anderen eine große Verringerung der zu entsorgenden Abfälle erreicht wurde, zudem ein erheblicher Beitrag zum Umweltschutz durch die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstosses geleistet wird.

Wie bei dem Thema zu erwarten war, schloss sich eine umfangreiche Diskussion an, die auch in angrenzende Bereiche der Energiewende ging – und das wollte die Senioren-Union mit dem Stammtisch-Gespräch ja auch erreichen.

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