Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Förmitzspeicher – Zweckbau oder Erholungsgebiet?

Rehau – 13.05.2013 – Seit 35 Jahren gibt es den Förmitzspeicher nahe Schwarzenbach/Saale. Viele kennen die Gegend vom Wandern und Spazierengehen, auch wegen der Rast in Wirtshäusern der Umgebung. Der ursprüngliche Grund zum Bau des Speichers war aber die Regulierung des Wasserstandes in der Saale. Grund genug für die Senioren-Union Rehau, einen Termin für eine ausführliche Besichtigung der Anlage mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof zu vereinbaren.

Eingangs begrüßte der Vorsitzende der Rehauer Senioren Edgar Pöpel die Mitglieder und Gäste und er freute sich über die große Zahl der Interessierten. Er umriß kurz Details aus der Bauzeit und den Anfängen des Speicherbetriebs, ein Zeitrahmen, in dem er auch als Mitglied des Kreistages Hof an der Entstehung und Gestaltung des Speichers beteiligt war, bevor er das Wort an den zuständigen Betriebsleiter Gerhard Mank weitergab.

Gerhard Mank erläuterte die Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, als alles mit dem Wiederaubau zu tun hatte und niemand an den Gewässerschutz dachte. Alle Arten Abwasser wurde in den nächsten Bach geleitet, was zu einer großen Verschmutzung führte. Ab den 70-er Jahren machte man sich Gedanken für eine Sauberhaltung der Gewässer. So entstand auch die Idee, zur Regulierung des Wasserstandes der Saale einen Speicher zu erstellen, der bewirken mußte, daß am Pegel in Hof ein Durchfluß von mindestens einem Kubikmeter pro Sekunde gewährleistet war. Das Förmitztal am Oberlauf des Flusses als tief eingeschnittenes Tal bot sich dazu an. Da die Förmitz allein zur Füllung des Speichers nicht genug Wasser brachte, plante man von Anfang an Überleitung aus dem Lamitztal mit 7200 Metern Länge mit natürlichem Gefälle und einem Rohrdurchmesser von einem Meter mit ein. Der Einlaß dazu aus der Lamitz befindet sich in der Nähe von Fahrenbühl. Nach 5-jähriger Bauzeit war ein bestens funktionierender Speicher mit einem Speicherraum von 10 Millionen Kubikmeter Wasser, einer Oberfläche von mehr als einem Quadratkilometer und der größten Wassertiefe von mehr als 30 Metern entstanden. Heute hat der Speicher auch einen großen Freizeitwert für die Bevölkerung aus der Umgebung mit Surf-, Segel- und Bademöglichkeit, der Fischereiverein hat die Angelrechte. Nicht zu vernachlässigen sind die ornithologischen Schutzzonen, die von Fachleuten sowohl für einheimische Vogelarten als auch als Durchzugsgebiete geschätzt werden.

Anschließend hatten die Gäste Gelegenheit, das Innere des Staudammes zu erkunden. Der Damm ist als Schüttdamm mit Dichtkern gebaut und hat eine Höhe von 32 Metern, die Kronenlänge beträgt 800 Meter bei einer Kronenbreite von 8 Metern. Beeindruckend war die Sauberkeit in den Tunnels, die Trockenheit und die Übersichtlichkeit der Kontroll- und Meßanlagen.

Die Fallhöhe des Wassers von maximal 23 Metern wird seit 20 Jahren genutzt und dient heute zum Betrieb eines Kraftwerkes am Fuße des Dammes, der Generator bringt eine Leistung von 150 kW, der erzeugte Strom wird an die EON verkauft.

Edgar Pöpel dankte für die umfangreiche Besichtigung und die Erläuterungen, bevor er die Gruppe zum Wirtshausgespräch mit kulinarischem Abschluß in das Völkenreuther Wirtshaus einlud.

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