Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Dr. Ott: Bewegung ist wichtig, auch mit dem E-Bike

Rehau – 12.11.2012 - „Der neue Trend mit den Elektrofahrrädern ist absolut fabelhaft. Vom Bewegungsablauf her ist das ideal“. Mancher war überrascht, als Dr. Gerd Ott auf der kürzlichen Veranstaltung der Senioren-Union eine positive Meinung zum Elektrofahrrad vertrat. Wichtig ist die Bewegung, die Ausdauer, die Kraft, auch wenn dies vom Motor unterstützt wird. In welchem Umfang und mit welcher Intensität das geschieht, muß der Einzelne selbst entscheiden, ggf. in Absprache mit seinem Arzt.

Dr. Ott hat sich neben seiner Allgemein-Praxis als Sportmediziner einen Namen gemacht, viele Sportler lassen sich von ihm behandeln. Für die Senioren-Union war dies Anlaß, ihn zu einem Vortrag zum Thema „Sport im Alter – sinnvoll oder riskant“ zu bitten.

Um den Zuhörern seine Kompetenz zu verdeutlichen, gab der Referent zunächst einen Ablauf seines beruflichen Werdeganges. Nach dem Kriege geboren, studierte er in Berlin Medizin, sein besonderes Interesse galt der Pharmazie und der Chirotherapie. Diese Ausbildung gab ihm Gelegenheit, von der DDR aus nach und nach auf allen Kontinenten der Welt eingesetzt zu werden und weitere Erfahrungen zu sammeln. Bis zur Wende praktizierte er dann in Klingenthal, seit 1989 ist er in Rehau tätig.

Umfangreiche Studien und Erhebungen, vor allem von der Sporthochschule Köln ausgehend, zeigen, daß bereits bei Kindern und Jugendlichen Fehler bei der Erziehung und bei körperlichen Aktivitäten gemacht werden, die sich erst nach Jahren auswirken und die dann oft nicht mehr zu korrigieren sind. Andererseits wurde nachgewiesen, daß ältere Menschen durch intensive Aktivitäten körperlich reaktiviert werden können, die mit einem 10 – 15 Jahre jüngeren und nicht trainierten Menschen vergleichbar sind. Dies ist in allen Altersstufen feststellbar. Damit konnte bewiesen werden, daß es nie zu spät ist, mit einem körperlichen Aufbautraining zu beginnen, wenngleich natürlich alle sportlichen Aktivitäten mit dem Arzt oder dem Experten im Fitnessstudio abgestimmt sein sollten.

Mit steigendem Alter sinkt leider auch die Kondition. Das ist unerfreulich, aber mit Sport läßt sich wirksam gegensteuern. Wichtig ist auch hier, zu beachten, wo in höherem Alter die Leistungsgrenzen liegen. Trainingsanreize lösen Anpassungen im Organismus aus, das ist unabhängig vom Alter. Gesunde Ernährung, körperliche Bewegung und geistige Anregung tragen wesentlich dazu bei, gesund älter zu werden. Auch chronisch Erkrankte müssen nicht auf Sport verzichten. Er verwies hier auf die Herzsportgruppen, ärztliche Betreuung ist in diesem Fall gegeben. Unbestritten ist aber auch, daß genetische Faktoren eine Rolle für die Qualität des Alterns spielen.

Ein Problem in Deutschland ist die ständig steigende Zahl von Diabetikern. Auch hier ist die Bewegung ein Muss. Für die Hirnzellen, die roten Blutkörperchen und den Herzmuskel ist Traubenzucker unabdingbar. „Der Körper braucht den Zucker, zu viel ist genau so schlimm wie zu wenig“, so Dr. Ott. Wenn es hier Probleme gibt, ist die Hilfe des Arztes in Anspruch zu nehmen.

Bevor der Referent zu Ratschlägen für sportliche Aktivitäten kam, ging er noch auf die Übergewichtigkeit ein. Während früher die Menschen voll ausgelastet waren und keine Freizeit hatten, gab es diesbezüglich kaum Probleme. Aber heute nimmt der Mensch viele Kalorien in sich auf, die nicht verbraucht werden und deshalb durch Sport verbrannt werden müssen, oder er nimmt eben an Gewicht laufend zu.

Von den Sportarten ist neben Gymnastik, Radfahren und Schwimmen heute Nordic Walking weit verbreitet. Dies ist nahezu perfekt, weil wie beim Joggen nicht nur bestimmte Körperpartien beansprucht werden, sondern durch das rhythmische Gehen die verschiedenen Muskulaturen beansprucht werden. Allerdings werden die Gelenke mehr belastet als beim normalen Gehen, problematisch kann es werden, wenn eine Arthrose vorliegt. Erschwerend wirkt sich aus, wenn der Boden hart oder unregelmäßig ist, man sollte auf weichen Untergrund achten oder das Schuhwerk entsprechend anpassen.

Grundsätzlich ist bei allen Übungen auf eine gleichmäßige Belastung der Gelenke zu achten. Rechts und links ist abwechselnd zu bedienen, damit der Bewegungsablauf nicht einseitig wird. Auf Dehnung ist zu achten, die Balance ist anzupassen, die Schwerkraft sollte so ausgeglichen werden, daß möglichst wenig Belastung entsteht. Wichtig ist auf die Atmung zu achten. Bei den asiatischen Bewegungsarten, die teilweise in das tänzerische gehen und die meistens auf einfachen, ruhigen Bewegungen aufgebaut sind, rücken mitunter medidative Elemente in den Vordergrund.

Abschließend stellte der Referent fest, daß jegliche Bewegungen von Vorteil seien, man sollte lieber Treppen steigen, statt den Aufzug oder die Rolltreppe zu nehmen, kurze Wege zu Fuß gehen, statt mit dem Auto zu fahren, bevor der Vorsitzende Edgar Pöpel dem Referenten Dr. Gerd Ott namens der Senioren-Union Rehau für den informativen Abend und die intensive Diskussion dankte.

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