Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Kosten im Altenheim und Pflegeheim

Rehau - 08.10.2012 - Mit Martina Fürbringer und Wolfram Feustel hatte die Senioren-Union zwei Sachgebietsleiter aus der Sozialverwaltung des Bezirks Oberfranken eingeladen, die täglich mit Problemen aus dem Unterhaltsrecht und der Finanzierung der Kosten in Pflegeheimen zu tun haben. Unter den Gästen konnte der frühere Bürgermeister Edgar Pöpel auch ortsansässige Finanz- und Vermögensberater begrüßen, ein Zeichen dafür, daß auch diese Dienstleister sich intensiv mit den Kosten für Aufenthalte in Alten- und Pflegeheimen beschäftigen.

Wenn jemand aus Alters- oder auch Gesundheitsgründen in ein Altenheim ziehen möchte, ist dies zunächst unproblematisch: Er sucht sich eine Einrichtung aus, die ihm entspricht und klärt alle Details mit der jeweiligen Heimverwaltung. Die Kosten muß er selber tragen, in unserer Gegend kostet dies etwa 1400 bis 1700 € pro Monat, soweit vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) keine Pflegestufe zuerkannt wird. Kann er die Kosten nicht aufbringen, muß er weiterhin selber für sich sorgen und in seiner bisherigen Wohnung bleiben, ggf. kann er durch die Sozialhilfe über die Gemeinde oder den Landkreis unterstützt werden (Hartz IV). Die Kosten für die Unterbringung in einem Altenheim können nur dann durch den Bezirk übernommen werden, wenn die Notwendigkeit eines Heimaufenthaltes nachgewiesen ist und die Heimkosten nicht selbst getragen werden können.

Eine andere Version ist die Unterbringung in einem Pflegeheim. Kann er die Kosten, die für einen Pflegefall natürlich höher liegen, aus seinem eigenen Einkommen, seiner Rente, seinen Ersparnissen, seinem sonstigen Einkommen oder der Pflegeversicherung finanzieren, gibt es auch hier keine Schwierigkeiten. Oft kommt es aber vor, daß diese Mittel nicht ausreichen und hier ist dann die Sozialhilfe des Bezirks gefragt. Bei rechtzeitiger Antragstellung sorgt der Bezirk für Zahlung. Und ab hier wird dann der Vorgang immerzu komplexer. Es wird vorhandenes Vermögen eingesetzt, Immobilien, Sparbuch, Schenkungen in den letzten 10 Jahren. Bleibt immer noch ein Fehlbetrag, behält sich der Bezirk vor, später z.B. nach dem Ableben Regress von den Erben oder den Beschenkten zu fordern, wenn beim Heimbewohner bzw. dessen Ehegatten Haus- und Grundbesitz vorhanden ist, welches entweder während der Leistungsgewährung geschützt war (weil vom Ehepartner bewohnt) oder welches nicht zeitgerecht verwertet werden konnte.

Und es kann noch komplizierter werden. Muß ein Ehepartner ins Heim und der andere bleibt in der Mietwohnung oder im eigenen Haus, müssen die Renten anteilig aufgerechnet werden. Reicht auch das noch nicht, müssen sowohl Eltern als auch Kinder alleinstehend oder auch deren Ehegatten Ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen und sich ggf. mit einem Unterhaltsbeitrag an den Heimkosten beteiligen.

Zusammenfassend war festzustellen, daß jeder Fall gesondert betrachtet und berechnet werden muß. Dazu bedarf es der Hilfe der entsprechenden Sozialstellen in den Gemeinden, im Landkreis, beim Bezirk und, soweit vorhanden auch der Pflegestützpunkte.

Vorsitzender Edgar Pöpel dankte den beiden Referenten, die mit ihren Vorträgen, in der Diskussion und mit Zahlenbeispielen etwas zur Durchsichtigkeit der Komplexität beitragen konnten, wenngleich klar wurde, daß für einen Laien die Hilfe amtlicher Stellen unabdingbar ist.

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