Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Senioren informieren sich über das Unternehmen Wald

Rehau – 11.09.2012 – Zu einer zweiteiligen Informationsveranstaltung hatte die Senioren-Union Rehau ihre Mitglieder und die interessierten Bürger eingeladen. Welch großen Anklang das Thema „Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Bayerischen Staatsforsten“ in der Bevölkerung findet, zeigte der starke Besuch.

Der Vorsitzende der Rehauer Senioren und frühere Bürgermeister der Stadt Rehau Edgar Pöpel begrüßte am Parkplatz an der alten Faßmannsreuther Straße als Referenten den Forstbetriebsleiter vom Forstamt Selb Michael Grosch und den zuständigen Revierleiter für den Bereich Waldhaus Wolf Liebert, als Gäste besonders den Stadtrat Rudolf Scholz und die beiden Kreisvorsitzenden Heinz Brucker (Wunsiedel) und Hartmut Burau (Hof-Land).

Nach einem kurzen Fußweg nannte Michael Grosch einige Richtlinien der Bayerischen Staatsforsten, die nach der Umbenennung im Jahr 2005 die Ausrichtung der Aufgaben bestimmen. Bei einer naturnahen Bewirtschaftung sind dabei die Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Wasserwirtschaft in besonderem Maße zu berücksichtigen. Entgegen der in der älteren Generation noch bekannten Arbeitsgruppen, die für Neuanpflanzungen nach Kahlschlägen und für die Pflege dieser Kulturen zuständig waren, stammen heute fast zwei Drittel der nachwachsenden Waldgeneration aus der Naturverjüngung. Abgesehen von den niedrigeren Kosten erreicht man dadurch ein stabileres Wurzelsystem und ein bessere und nachhaltigere Bodenqualität, was letztlich dem Wachstum des Bestandes zugute kommt. Auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen, wie Sturmschäden, wird verbessert. Durch Einfügen von anderen Nadel- und Laubhölzern versucht man speziell im Rehauer Forst die Monostruktur der Fichtenwälder abzubauen. Durch Anlegen von Rückegassen wird die Einsatzmöglichkeit moderner Maschinen erleichtert, was nicht nur den jungen Beständen zugute kommt, sondern auch im Laufe der Jahrzehnte die Durchforstung erleichtert. Natürlich werden auch die Maschinen ständig verbessert, als Beispiel nannten die beiden Waldexperten, die sich in ihren Erklärungen abwechselten, die neuen Generationen der Harvester-Maschinen.

Angesprochen wurde auch der Wegebau, wo man mitunter einen Kompromiß finden muß, der sowohl für den Erholung suchenden Bürger als auch für den Forst akzeptabel ist. Im Forstbetrieb Selb hat man Kunden, die täglich bis zu 1000 Kubikmeter Bauholz abtransportieren, da ist es natürlich auch erforderlich, die Wege befahrbar zu halten. Die frühere Wegebauweise und Begradigung mit dem Gräter ist verbessert worden und es läßt sich nicht vermeiden, daß ein Weg ein paar Wochen grob geschottert ist, bis sich die Oberfläche durch das Befahren wieder normalisiert.

Bei der weiteren Begehung wurde von der Waldabteilung „Zigeuner“ in die Abteilung „Hölle“ gewechselt. Am Höllbach und an der Grenze zu Tschechien wurden die jagdlichen Aspekte beleuchtet, auch die Schäden durch Schwarzwild und Rotwild.

Bei dem anschließenden Referat im Schützenhaus ging Michael Grosch nochmals auf die Grundsätze der Bayerischen Staatsforsten ein. Er zitierte einen Forstwissenschaftler Professor Hartig, der bereits vor 200 Jahren erklärte, daß „sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken und erwarten läßt, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist“. Diese Beurteilung gilt heute noch genauso und er fügte hinzu, daß „die Änderungen der Ansprüche, die die Gesellschaft an den Wald stellt, die Aktivitäten der Bayerischen Staatsforsten beeinflussen, man muß über einen längeren Zeitraum gesehen flexibel reagieren.“

Mit dem Beamer unterstützte er seine Ausführungen, die sich dann mehr auf statistische Werte und auf Werte aus dem Forstbetrieb Selb bezogen. Demnach wird derzeit eine Inventur im Rehauer Forst durchgeführt und eine Kronennutzungskarte erstellt. Mit diesen Unterlagen können bei einem Vergleich nach vielen Jahren Erkenntnisse erzielt werden, die das weitere Verhalten der Forstbehörden beeinflussen. Das Forstamt Selb betreut 500 Kilometer befahrbare Forstwege, davon sind 270 Kilometer ausgewiesene Wanderwege. Bei einem Umsatz von 8 Mio Euro werden 70 Mitarbeiter beschäftigt, davon sind 50 Waldarbeiter. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist optimal und erzielt einen Spitzenplatz in Bayern.

Die Wildbrücke über die Autobahn wurde überraschend schnell angenommen, obwohl der Bewuchs noch nach und nach verbessert werden muß. Mit den automatischen Kameras wurde schon viel Rehwild und Wildschweine, aber auch Rotwild registriert. Er bezeichnet die Wildbrücke als notwendig, auch wenn es besser gewesen wäre, diese Brücke hätte man preiswerter gleichzeitig mit dem Bau der Autobahn erstellt. Auch wäre die Population des Wildes nicht unterbrochen worden.

K.F.

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