Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Vernetzung ist das A und O für künftige Energieversorgung

Senioren-Union Rehau hatte kompetenten Referenten der E.ON zu Gast

Rehau – 17.04.2012 – Der Referent des kürzlichen Wirtshausgespräches der Senioren-Union ist in Rehau kein Unbekannter. Dipl.Ing. (FH) Ralf Schwarz war schon im Jahr 2000 beim Verkauf der Stadtwerke als Vertreter der E.ON an den Verhandlungen beteiligt. Bekanntlich gingen seinerzeit die Stadtwerke für 24 Mio Mark an den Energiekonzern. Der frühere Bürgermeister Edgar Pöpel erinnerte bei seiner jetzigen Begrüßung an die damaligen Verhandlungen.

Schwarz betonte eingangs, daß man beim Umstieg auf regenerative Energien nicht nur die Ökologie im Blick haben dürfe. Energie muß auch bezahlbar bleiben, zudem sei die Versorgungssicherheit zu beachten. Es ist beschlossene Sache, daß es ab dem Jahre 2022 in Deutschland keine Kernenergie mehr geben soll. Derzeit resultiere die Energie in Bayern noch zu 60 % aus der Kernkraft. Die 28 % aus erneuerbaren Energien sollen in den nächsten zehn Jahren auf 50 % gesteigert werden. Dazu kommen momentan 20 % aus fossilen Brennstoffen, es bestehe also noch eine Erzeugungslücke von 30 %, für die der volks- und energiewirtschaftlich ein umweltverträglicher Mix zu finden sei.

Ein großes Problem ist nach dem heutigen Stand der Technik die Energiespeicherung. Angebot und Nachfrage nach Energie müssen zu jedem Zeitpunkt im Gleichgewicht sein. Ein weiterer Ausbau und eine Verdichtung der Vernetzung innerhalb Europas sind deshalb unumgänglich. Hier zeige sich die Komplexität des Problems, was der Referent mit Beispielen diverser Zusammenhänge untermauerte.

Eine Möglichkeit seien die Pumpspeicherwerke. Aber deren Kapazität reiche nur für eine Versorgung von Stunden, maximal Tage. Weitere Speicherseen sind in Europa nicht machbar. Gleiches gelte für Bleisäure-Batterien, ein Großversuch in Berlin, als diese Stadt noch von der DDR umklammert war, habe unbefriedigende Ergebnisse gebracht. Chancen bestehen vielleicht in einer Umwandlung von Windenergie in Gas und dessen Speicherung, dies sei ein weites Arbeitsgebiet für deutsche Ingenieursleistungen. Die Kraft-Wärme-Koppelung, die sich bis hinein in Privathaushalte ausdehnen könne, biete ebenfalls Möglichkeiten. Auch hier zeige sich, eine intelligente Vernetzung könne eine massiv zunehmende dezentrale Einspeisung auffangen. Smard grid ist der Fachbegriff für diese kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern und Speichern in Energieübertragungsnetze und Verteilernetze.

Zur Frage der Strompreisentwicklung zeigte Schwarz einige interessante Grafiken. Die Erhöhungen nach der Liberalisierung in den Jahren 1999/2000 ergeben sich vor allem aus der Ökosteuer und der Subventionierung der regenerativen Energien. Heute besteht der Strompreis zu 45 % aus Steuern und Abgaben, nur 20 % entfallen auf das Netz-Entgelt. Durch die Liberalisierung sei es dem Verbraucher heute überlassen, seinen Stromlieferanten frei zu wählen. Wie sich die Strompreise in den nächsten Jahren weiter entwickeln werden, könne heute noch niemand sagen, zu viele Unwägbarkeiten spielen hier mit herein. Fest stehe einzig, daß die Entwicklung nach oben zeigen werde

Abschließend war festzustellen, daß sich E.ON die politischen Zielvorgaben zu eigen macht und die Energiewende nach Kräften und Möglichkeiten vorantreibt. Auch die Stadt Rehau bewegt sich auf dem gleichen Gleis, was in der kürzlichen Energiekonferenz manifestiert wurde. Allerdings sind deren Möglichkeiten auf die Erstellung eines Energienutzungsplanes, z. B. Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung, Optimierung bei öffentlichen Gebäuden und Schulen, usw. relativ begrenzt. In der Diskussion wurden verschiedene Themen angesprochen. Dabei kristallisierte sich heraus, daß auch die Vernetzung kommunaler Gebietskörperschaften Vorteile für alle Beteiligten bringen würde. Allerdings sei auch hier zu beachten, je kleiner die Einheiten und Anlagen sind, umso anfälliger für Schwankungen seien diese und umso größer sei die Gefahr, daß diese kontraproduktiv arbeiten.

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