Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Programm „Soziale Stadt“ zeigt Wirkung

Stadtbaumeister von Selb zu Gast bei der Senioren-Union

Rehau – 10.10.2011 – Professor Dr. Walter Gropius hat vor 40 Jahren ein Stadtentwicklungskonzept für die Stadt Selb entworfen. Der Plan war in vier Ausbaustufen aufgebaut, man setzte an, daß die Stadt Selb bis zum Jahre 2020 auf 30.000 Einwohner gewachsen ist. Das Gegenteil trat ein, heute zählt Selb ca. 16.000 Einwohner.

Dipl.Ing. (FH) Helmut Resch, seines Zeichens Stadtbaumeister in der Nachbarstadt Selb, Architekt und Stadtplaner, war Gast bei der Senioren-Union, um über die soziale und städtebauliche Entwicklung in Selb zu berichten.

Als der Abwärtstrend der Porzellanindustrie und der damit zusammenhängenden Gewerbe immer deutlicher wurden, mußten in Selb Konsequenzen gezogen werden. Es galt, Strukturen aufzubrechen und eingefahrene Gleise zu verlassen. Im Jahr 2003 schloß man sich dem von der Bundesregierung geförderten „Stadtumbau West“ an, eine Entscheidung, die damals nur wenige Städte in Deutschland trafen und die deshalb überregionale Aufmerksamkeit auf sich zog. Es galt, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept in Zusammenarbeit mit renommierten Architekten und Städteplanern zu erstellen, das die Integration der verschiedensten Fachbereiche, wie Bevölkerung, Infrastruktur, Umwelt, Wirtschaft, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Altersstruktur erforderte. Heute sei die Stadt Selb stolz darauf, wie man dieses Vorhaben meisterte und wie die Entwicklung der letzten Jahre zu einem Vorzeigebeispiel mutierte, das international auf Interesse stößt.

Ausgangspunkt war, daß der Anteil von hochaltrigen und pflegebedürftigen Menschen bis 2015 in Selb stark zunehme. Um eine Akzeptanz bei der Bevölkerung zu finden, setzte man von Anfang an auf eine intensive Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung im Zusammenhang mit Modernisierung, Wohnumfeld-verbesserung, Rückbau, aber auch mit Gärten für die Mieter, Wünsche der Mieter bei der Umsiedlung, Tiefgaragen, Passivhäusern, sogar mit Wintergärten in Mietshäusern. Bürgerwettbewerbe wurden über Faltblätter ausgeschrieben. Alle diese Mosaiksteine führten zu einer unerwartet hohen Resonanz in der Bürgerschaft.

Bei der Umsetzung stellte man in den Vordergrund auch die Revitalisierung von Gewerbebrachen, Sanierung von Quartieren und vor allem barrierefreies Wohnen. Bei der Finanzierung konnte man hohe Förderungen erreichen, nicht zuletzt auch mit dem Konjunkturpaket II und der FAG-Förderung.

Die frühere gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wurde teilweise überführt in die neu gegründete SelbWERK GmbH. Die Sanierungsgebiete Vorwerk, Sedanstraße, Ludwigsmühle, die Kooperation mit dem Dekanat in Selb-Plößberg, die Renaturierung der Selbbachaue, sind heute Vorzeigebeispiele für die soziale Infrastruktur. Inzwischen habe man weitere Serviceleistungen im Auge, so ein erweitertes Dienstleistungsangebot, die Mülltrennung, Jugendtreffs, die Qualifizierung von Förderschülern, Tagesmütter-Programme, Fitneßcenter für Senioren.

Die Stadt Selb ist zuversichtlich, mit ihren positiven Errungenschaften weiter punkten zu können und damit auch der Abwanderung entgegenzuwirken. Dazu muß die ganze Bandbreite ausgespielt werden, der Negativpropaganda der Medien inclus. des Rundfunks entgegengearbeitet werden. Dazu trägt auch bei, daß die Betriebe in die Schulen gehen, Praktikas angeboten werden, Arbeitsgruppen in den Schulen gebildet werden.

Der Vorsitzende der Rehauer Senioren-Union, Edgar Pöpel dankte Helmut Resch für seine tiefgreifenden, offenen Ausführungen, die auch für die Stadt Rehau Anregungen und Diskussionsstoff sein sollte. In den anschließenden Gesprächen an den Wirtshaustischen kam zum Ausdruck, daß es schade gewesen sei, daß von den Honoratioren des Stadtrates und der Verwaltung der Stadt Rehau niemand die Gelegenheit für eine Information genutzt habe.

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