Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Wenn plötzlich der Notfall eintritt

Senioren informieren sich über Symptome und Maßnahmen

Rehau – 11.07.2011 – Auch die beiden Rehauer ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Mitarbeiterinnen Hildegard Wolfrum und Marianne Koschig ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein, als die Rettungs-Assistentin Melanie Kremer vor einigen Tagen über aktuelle Erkenntnisse bei plötzlich auftretenden Notfällen berichtete. Eingeladen hatte die Senioren-Union in das Gartenlokal Dürrenlohe. Es sollte ein Kurzreferat werden, durch die überzeugende Art und Weise wie es die Referentin vermittelte, dauerte es dann doch etwas länger.

Anlaß für den Vortrag war die Notlage, in die kürzlich ein Mitglied der Gruppe geriet und die plötzlich vor Augen führte, wie wenig doch die meisten von uns auf Notfälle vorbereitet sind. Vermittelt hatte der Vorsitzende der Senioren-Union Edgar Pöpel, der die Referentin aus seiner Zeit als Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes kennt. Melanie Kremer ist in der Notfall-Zentrale des BRK in Hof stationiert und mit dabei, wenn das Rote Kreuz zu Einsätzen gerufen wird.

Als erstes wurde die Ausrüstung vorgestellt, die jeder zuhause haben sollte. Der Verbandskasten mit Haltbarkeitsdatum, das seit jeher bekannte Dreieckstuch in der jetzt gängigen Vlies-Version von Sandler, Unterlagen über Schutzimpfungen (Tetanus) bis hin zum griffbereiten Handy, das auch bei Spaziergängen immer dabei sein sollte, kamen zur Sprache. „Erste Hilfe ist die Kunst der Improvisation, es gibt bei Verbänden keinen Schönheitspreis“ führte die Referentin aus.

Im Vordergrund stand die Versorgung bei Notfällen durch den Ersthelfer bis zum Eintreffen des Notarztes und des Krankenwagens, weniger die routinemäßigen Einsätze des Roten Kreuzes. Deshalb wurden zunächst neben dem sofortigen Absetzen des Notrufes unter Nummer 112 die ersten Handgriffe bei lebensgefährlichen Schlagaderverletzungen behandelt. Fremdkörper sollen nicht entfernt werden, weil sonst der Blutfluß erhöht werden könnte. Wichtig ist das Abdrücken der Schlagader und Anlegen eines Druckverbandes, Hochlegen des Körperteiles. Und vor allem Ruhe und Übersicht bewahren, keinesfalls in Panik ausbrechen. Sonst würde noch mehr die Gefahr des Bluthochdruckes entstehen und das Risiko des nächsten Themas, des Schlaganfalles erhöhen. Der Schlaganfall ist das Blockieren des Gefäßes im Kopf durch ein Blutgerinnsel. Auffällige Zeichen dafür sind hängende Mundwinkel, Benommenheit, keine Kraft in Armen und Beinen, Schweißausbrüche, Sehstörungen, halbseitige Lähmung, verwaschene Sprache. Wichtig ist eine schnelle Versorgung, weil eine Unterbrechung des Blutkreislaufes zu schweren Komplikationen im Kopf führen kann. Eine Faustregel ist, daß eine medizinische Versorgung spätestens nach drei Stunden gewährleistet sein sollte. Auch wenn sich das Gerinnsel wieder löst und der Patient meint, wieder beschwerdefrei zu sein, sollte unbedingt eine ärztliche Versorgung erfolgen. Oft kann nach diesem ersten kleinen Schlaganfall nach Wochen ein großer Schlaganfall oder ein Infarkt folgen, wenn der Pfropfen in den Blutbahnen weiterwandert und an anderer Stelle eine Blockade auslöst. In unserer Region sind wir in der glücklichen Lage, seit vorigem Jahr am SANA-Klinikum eine Stroke-Unit-Abteilung zu haben, dies ist eine spezielle Schlaganfall-Abteilung mit direkter Verbindung zur Uni-Klinik in Erlangen.

Die ähnliche Problematik entsteht, wenn das Gerinnsel zum Herz gelangt und dort einen Herzinfarkt auslöst. Die Symptome hierfür sind beklemmende Gefühle und Angstgefühle, Engegefühle, im besonderen bei Männern. Außerdem Atemnot oder Schwindelgefühle. Bei Frauen sind die Symptome nicht so deutlich zu erkennen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Magenbeschwerden können Warnzeichen sein.

Gute Dienste bei der Vorbeugung leistet der Defibrillator, den die Senioren-Union Rehau bereits vor drei Jahren vorgeführt hat, der sich aber bei uns im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nur langsam durchsetzt. Melanie Kremer erklärte dieses Gerät sehr detailliert und empfahl, sich unbedingt damit zu beschäftigen. Die Handhabung ist einfach, führte aber trotzdem zu einer ausgiebigen Diskussion. Von Irma Brand wurde angeregt, daß schon im Kindesalter solche Apparate demonstriert werden sollten, weil in diesem Alter unproblematischer mit modernen Entwicklungen umgegangen wird. Die Referentin konnte darauf verweisen, daß sie selber in jüngster Zeit schon in dieser Richtung arbeitet.

Edgar Pöpel bedankte sich bei Melanie Kremer für das interessante Referat. Er freute sich besonders, daß neben den vielen Gästen auch das älteste Mitglied der Rehauer CSU, der langjährige Stadtrat und Forstbeamte Gallus Dorscht, die Gelegenheit zu der intensiven Information wahrgenommen hat.

K.F. 12.07.2011

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