Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Wenn die eigenen Knochen nicht mehr wollen

Der Orthopäde Dr. Heino Arnold informiert bei der Senioren-Union

Rehau – 09.05.2011 – Wie richtig die Senioren-Union mit ihrem Informationsangebot für die Bevölkerung liegt, zeigt sich in den ständig steigenden Besucherzahlen der Vortrags- und Diskussionsabende. Vorsitzender Edgar Pöpel führte die relativ hohe Fachärztedichte in Rehau auch auf die Einrichtung der proVita-Tagesklinik zurück, in der auch der kürzliche Gastreferent Dr. Heino Arnold zusammen mit seiner Frau Dr. Jutta Weber seine Praxis betreibt.

Obwohl viele der Besucher den Referenten bereits von seiner fachärztlichen Tätigkeit her kannten, umriß Dr. Arnold anfangs seine berufliche Entwicklung und den Werdegang seiner Frau Dr. Weber. Schließlich waren ihre beruflichen Qualifikationen die Basis, um sich in Rehau in der damals neu installierten proVita-Tagesklinik mit einer Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie nieder zu lassen. Heute umfaßt das Aufgabengebiet die Fachbereiche von der Schulter, über Ellbogen, Hand und Handgelenk, Hüfte, Knie, Fuß und Sprunggelenk bis hin zur Wirbelsäule, wobei letztere inzwischen etwa zwei Drittel der Behandlungen umfaßt.

Entgegen dem allgemeinen Sog hin zu den Ballungsgebieten betonte der Referent seine „Bindung zu Oberfranken und im besonderen zu Rehau. Wir fühlen uns hier wohl, wirtschaftlich und menschlich haben sich unsere Vorstellungen erfüllt. Es sind alle Voraussetzungen gegeben, damit wir auch weiterhin in der Region bleiben“ sagte Dr. Arnold eingangs, was der frühere Bürgermeister Edgar Pöpel wohlwollend registrierte.

Zusätzlich zu den ambulanten Operationen im Hause – arthroskopische Eingriffe werden von den Krankenkassen meistens nur noch als ambulante Leistung bezahlt – hat der Arzt die Möglichkeiten zu stationären Operationen in den Kliniken Selb und Waldsassen. Auch diese Optionen werden vom Referenten sehr positiv bewertet und bieten immer die Wahl für den kostengünstigsten Eingriff. Heute muß auch der betriebswirtschaftliche Einfluß in der Medizin unbedingt beachtet werden, um die Kosten nicht allzuweit ausufern zu lassen.

Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm schnell weiterentwickelt und so gehört es heute in Deutschland zu Routineoperationen, wenn Kunstgelenke eingesetzt werden. Der Einbau muß knochenschonend erfolgen, in diesem Zusammenhang erläuterte er auch die sogenannte Zementierung und die zementfreie Verankerung, wobei es sich bei Zement nicht um den üblichen Baustoff, sondern um ein Kunststoffgemisch handelt. Früher oder später wird fast jeder von uns mit der Arthrose oder der Osteoporose konfrontiert, was auf die Entwicklung der Alterspyramide zurückzuführen ist. In diesem Zusammenhang ging der Referent auch auf Komplikationen ein, die bei den Operationen entstehen können und die Nachbehandlungen erfordern. Neben der Krankengymnastik und Lymphdrainagen muß auch die Thrombose beachtet werden. Immer gefährlicher werden die Infekte, die durch Krankheitskeime entstehen und die schwer zu behandeln sind. Hier wirkt es sich belastend aus, daß auch bei kleineren Erkrankungen und Erkältungen immer mehr Antibiotika Anwendung finden, was letztlich den Körper immun gegen Keime macht und den Bakterien den Eingang bietet.

Im letzten Teil seines Vortrages ging Dr. Arnold noch auf die Kinderorthopädie ein, worin er ein besonderes Aufgabenfeld sieht. Vieles, was im Erwachsenenalter zu bleibenden Problemen werden kann, läßt sich beim Kind noch richten oder begradigen. Oft lassen sich orthopädische Schuhe beim Erwachsenen verhindern, wenn schon in der Kindheit eingegriffen wird. In der Operationsverhütung liegt ohnehin eine der Hauptaufgaben der Orthopäden: Krankheitsbilder früh genug zu erfassen und so zu behandeln, daß eine Operation nicht notwendig wird.

Auch die Fußchirurgie wurde noch angesprochen und was in diesem Gebiet heute machbar ist. Eingriffe am oberen Sprunggelenk, Zehenfehlstellungen und Frostballen, Hammerzehen und Krallenzehen erfordern oft ambulante Korrekturen. Auch Komplikationen am Fuß, die mitunter bis zur Gelenkversteifung oder zum Kunstgelenk führen können, müssen behandelt und therapiert werden, um den Patienten möglichst schmerzfrei zu stellen.

Der gesamte Vortrag und die Diskussion, meist zu speziellen Themen, wurden vom Referenten mit „Bildern aus der Werkstatt“, wie es der Referent nannte, untermauert, wobei immer die präoperative und die postoperative Version gegenübergestellt und damit den Gästen auch optisch demonstriert werden konnten.

K.F. 11.05.2011

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