Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Dr. Andreas Pötzl: Die Innere Medizin ist die Mutter der Medizin

Der Dickdarmkrebs ist der einzige Krebs, der in der Vorsorge erkannt werden kann

Rehau – 14.03.2011 – 70 Gäste konnte Edgar Pöpel bei der jüngsten Informationsveranstaltung der Senioren-Union im VfB-Heim begrüßen konnte. Er wertete den starken Besuch als Beweis für die Aktualität der Themen, die die Senioren-Union der Bevölkerung anbietet. Als Gesundheitsgarten der Region bezeichnete Pöpel die Stadt Rehau wegen des ungewöhnlich großen Angebotes von Fachärzten. Im Rahmen der bereits im vergangenen Jahr aufgelegten Serie „Ärzte in Rehau“ war der Internist Dr. Andreas Pötzl zu Gast.

Dr. Pötzl dankte Edgar Pöpel eingangs seiner Ausführungen für die Einrichtung der proVita-Tagesklinik, die er als damaliger Bürgermeister realisierte und was ihn und seinen Bruder bewogen habe, die ursprüngliche Hausarzt-Praxis zu einer Fachpraxis für Innere Medizin auszubauen. Auch heute noch liege der Schwerpunkt der Praxis in der umfassenden Versorgung der Patienten auf hausärztlicher sowie der internistischen Betreuung. „Die Innere Medizin ist die Mutter der Medizin, sie ist der umfassendste Bereich im gesamten Komplex und damit entsprechend weit gefaßt. Der Internist braucht Basiswissen und darauf aufbauend Spezialisierungen“ erklärte der Referent und zeigte dann die Tätigkeitsschwerpunkte der Dres. Pötzl mit dem Mittelpunkt der Gastroenterologie auf. Interessant waren die Zahlen über die verschiedenen Untersuchungen, die in der Praxis jährlich durchgeführt werden. An erster Stelle stehen dabei die Magen- und Darmspiegelungen, weiterhin die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die immer mehr auch bei jungen Patienten festgestellt werden.

Die Hausbesuche nehmen immer mehr ab, was auch damit zusammenhängt, daß die Untersuchungen aufgrund der vorhandenen medizinischen Geräte in der Arztpraxis intensiver und umfassender erfolgen können. Die Nachsorge bei Krebserkrankungen der Verdauungsorgane wurde in den letzten 15 – 20 Jahren enorm ausgebaut, was zu wesentlichen Verbesserungen geführt habe. Zur Vorsorge führte Dr. Pötzl grundsätzlich aus, daß der Dickdarmkrebs die einzige Krebserkrankung ist, die in der Vorsorge erkannt werden kann. Die Vorsorge und Früherkennung führe auch bei den Kosten zu enormen Einsparungen, weil die Therapie und Operationen reduziert werden können, letztlich auch zu einer weiteren Humanisierung der Behandlung.

Mit Blick auf die Kardiologie ist der Referent der Meinung, daß die bisher umfangreichen Herzkatheder-Untersuchungen in den nächsten Jahren wesentlich abnehmen werden, weil CT-Untersuchungen weitgehend deren Aufgabenfelder übernehmen. Der Bluthochdruck ist eine Erkrankungen, die schleichend vor sich gehe und deshalb vielfach nicht entsprechend beachtet werde. Dr.Pötzl empfahl besonders bei Erkrankungen in der Familie sehr umsichtig zu sein und auch durch Selbstkontrolle auf einen normalen Blutdruck zu achten. Medikamente können auch über viele Jahre zur Regulierung dienen. Es werde immer wieder festgestellt, daß neue Medikamente oft keine Vorteile gegenüber alten Medikamenten bringen, dies seien vielfach nur Werbemaßnahmen der Pharmaindustrie zur Verbesserung der Ertragslage. Der Bluthochdruck ist eine Wohlstandserkrankung und die beste Therapie sei für alle Altersgruppen, auf viel Bewegung und auf das Gewicht zu achten, letzteres gelte im besonderen für Kinder. Hier verwies er auf die besondere Verantwortung der Eltern, übergewichtige Kinder bekommen diese Last nie mehr los.

Bevor er zum Schluß seines Referates kam, gab er noch die Jahreskennzahlen seiner Praxis bekannt, die die Zuhörer beeindruckten. Die Patienten kommen aus allen Gegenden Hochfrankens und Teilen Sachsens, erfreulich auch viele aus der Stadt Hof, was ihn bewogen habe, auf eine überörtliche Gemeinschaftspraxis Hof-Rehau-Selb hinzuarbeiten. Als Nebentätigkeit gab er an, Geschäftsführer des Unternehmens Gesundheit Hochfranken (UGHO) mit dem Sitz in Rehau zu sein. Diesem Zusammenschluß gehören inzwischen 60 Ärzte an, die miteinander kooperieren und auch eigene Verträge mit den Kassen abschließen. In Bayern gibt es fünf solche Zusammenschlüsse, die UGHO ist der zweitgrößte.

K.F. 15.03.2011

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