Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Schon 4000 Besucher bei „Königstraum und Massenware“ Senioren-Union der CSU

Rehau ist begeistert von der Ausstellung in Selb und Hohenberg

Rehau – 03.05.2010 „Nach acht Tagen registrieren wir bereits mehr als viertausend Besucher. Gäste aus allen Gegenden Deutschlands sagen uns, daß das Fichtelgebirge für sie bisher kein Begriff war. Durch den Besuch der Ausstellung haben sie den Reiz dieser Landschaft erfahren und werden wieder in diese Ecke Bayerns kommen. Dieser erfreuliche Nebeneffekt erhöht die Wirkung der Ausstellung und macht die Verantwortlichen des Porzellanikons stolz, wenn sie das kulturelle Erbe dieser Region präsentieren. Und weil der bayerische Finanzminister Fahrenschon bei der kürzlichen Eröffnung der Ausstellung die Gründung einer Hochschule in Selb in Aussicht stellte, kann ein weiteres Mosaiksteinchen der Erfolgsgeschichte des Porzellanmuseums angefügt werden“. So begrüßte Direktor Wilhelm Siemen kürzlich im Foyer des Museums in Selb die Gruppe der Senioren-Union der CSU Rehau unter Leitung ihres Vorsitzenden, des früheren Rehauer Bürgermeisters Edgar Pöpel.

Mit Dr. Bernd von Chiari und Wolfgang Baumgärtel führten zwei kompetente Kenner der Porzellanbranche die Gruppe durch das Haus in Selb. Zunächst wurden Abteilungen der Weißporzellan-Herstellung in ihrer geschichtlichen Entwicklung gezeigt, von den Ursprüngen des Modellierens und der Modellherstellung, „dem Kapital einer Porzellanfabrik“, bis hin zu den heutigen Produktionstechniken mit dem Granulat zum Pressen statt der konventionellen Masse in Form des Hubels. Dieser Teil war garniert mit technischen Werten und Daten, bevor die Besucher in den Teil der Ausstellung kamen, die dem Lifestyle der dreißiger Jahre bis heute mit Accessioren zum gedeckten Tisch gewidmet ist. Die Rehauer konnten in dieser Zusammenstellung auch Produkte der früheren Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co. finden. In einer weiteren Etage waren Gedanken und Ideen heutiger Designer zu sehen, die darstellen, in welche Richtungen die Porzellanherstellung gehen könnte, wenn künftig die Verwendung des traditionellen Tafelporzellans weiter abnehmen sollte. Interessant war auch die Entwicklung und Darstellung des technischen Porzellans und des Sanitärporzellans am Beispiel des Wasserklosetts von dem Original des tragbaren Jagdklosetts des Kaisers Franz Joseph und dem Bidet von Kaiserin Elisabeth bis zu den heutigen modernen Formen. Der Höhepunkt des Museumsbesuches war zweifellos die Ausstellung im Haus Hohenberg/Eger. Astrid Eller und Sybille Koczy hatten die Begleitung durch die Ausstellung übernommen und beide konnten die Besucher mit den Exponaten begeistern. In einer bisher noch nicht gezeigten Zusammenstellung werden Stücke präsentiert, die aus Museen aus verschiedenen Kontinenten – von Petersburg über die Manufaktur Sevres bis zum Metropolitan-Museum in New York – ausgeliehen sind. Nach der Erfindung des europäischen Porzellans in den Jahren 1706 – 1708 durch Johann Friedrich Böttger und Walter Tschirnhaus wurde 1710 in Meißen durch König August den Starken die erste Manufaktur gegründet. Schon bald danach versuchten sich die verschiedensten europäischen Fürstenhöfe in der Gründung eigener Manufakturen und schon damals wurden durch Personal-Abwerbungen die Rezepte und die Geheimnisse der Porzellanherstellung weitergetragen. Daß sich die Modelleure und Maler der damaligen Zeit gegenseitig überbieten wollten, entsprach sicherlich dem seinerzeitigen Zeitgeist und sie geben uns Zeugnis von dem Sachverstand und den Kenntnissen der Künstler. Unser heutiges Technikverständnis läßt nur erahnen, welche Mühe und Versuche erforderlich waren, gepaart mit unzähligen Fehlversuchen, um all die vielfältigen unersetzlichen Kunstwerke entstehen zu lassen. Die Ausstellung ist optimal geordnet und der Besucher kann durch Themeninseln die verschiedenen Zeitepochen durchlaufen. Über Barock, Rokoko, Klassizismus, Empire, Historismus und Jugendstil können auch aufgrund der gezeigten Einzelteile die jeweiligen Tischsitten und Essensgewohnheiten nachempfunden werden. Beeindruckend sind die Auswirkungen das napoleonischen Kaiserhofes oder auch der Medici-Ära auf die jeweilige Form- und Dekorgestaltung. Schon in früheren Zeiten wurden moderne Errungenschaften in neue Techniken integriert, so ist eine Vase mit Dampflok und Waggon mit der Herkunft Wien 1846 signiert. Oder die Schnurrbarttasse oder der Toilettenspiegel. Faszinierend ist auch das Meißener Porzellan, das auf der Reise nach Petersburg mit einem Schiff gesunken ist und auf dem Meeresboden lag und dessen Aufglasurmalerei 250 Jahre das Salzwasser der Ostsee überstanden hat. Mit dem Ausklingen des Art decor um das Jahr 1930 endet die Inszenierung in Hohenberg. Zu diesem Zeitpunkt beherrschte immer mehr Automatisierung die Porzellanherstellung und die Massenproduktion bezweckte, daß sich die Formgebung der Funktionalität unterordnete. Diese Zeit ist dann auch der Schnittpunkt zu der Ausstellung in Selb.

Der Vorsitzende der Senioren-Union der CSU Rehau Edgar Pöpel bedankte sich bei der Ausstellungsleitung für die Führungen und wünschte der Ausstellung recht viele Besucher, viele Teilnehmer der heutigen Führung werden bestimmt noch einmal einzeln die Häuser in Hohenberg und Selb besuchen. Der Ausflug endete mit einem Umtrunk in der Gaststätte Rotes Ross in Rehau.

K.F.

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