Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

MdL Jürgen W. Heike als Gast bei der Senioren-Union der CSU

Jahreshauptversammlung der Senioren-Union /Als Bezirksvorsitzender der SEN besucht der frühere Staatssekretär wieder die Stadt Rehau

Rehau – 19.04.2010 - „Politikverdrossenheit gibt es nicht, wir registrieren eher Politikerverdrossenheit. Die Beliebigkeit feiert Urständ in unserer Partei“. Mit diesen Feststellungen begann der oberfränkische Bezirksvorsitzende MdL Jürgen W. Heike seinen Vortrag anläßlich der Jahreshauptversammlung der Senioren-Union der CSU Rehau. Um dem endlich entgegen zu wirken, müssen alle Kräfte in der CSU an einem Strang ziehen. Von München aus kommen die Vorgaben, um schon in den nächsten Monaten das Vertrauen und die Zustimmung der Bevölkerung zurück zu gewinnen. Eine wesentliche Aufgabe kommt dabei der älteren Generation zu. „Wir dürfen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern müssen unsere Kenntnisse und Erfahrungen einsetzen. Die Mitbestimmung der Älteren ist gefordert. Wer die Senioren unterschätzt, wird ganz schnell auffahren“. Heike verwies dabei auf den sich immer mehr verschiebenden Altersproporz.

Mittelpunkt seines Vortrages waren die Buchstaben F und B und I. Dabei steht F für Familie. Es sei unsere Pflicht und Schuldigkeit, sich für die Familie im traditionellen Sinn einzusetzen. „Eltern haben auch die Pflicht, sich für die Bildung der Kinder zu engagieren, dafür steht das B. Elternrecht ist Elternpflicht“. Und der dritte Buchstabe I steht für Innovation. „Deutschland ist kein Rohstoffland, deshalb heißt für mich Innovation ist die Fortentwicklung des Geistes“.

Zum Thema Sicherheit bemerkte er, daß auch Grenzen nicht nur abgebaut, sondern mitunter auch erhalten werden müssen, der Bürger muß geschützt werden. „Wir haben einen Datenschutz aufgebaut, der teilweise schon an Täterschutz grenzt“. Heike verwies auf das kürzliche Verfahren wegen der Sauerland-Gruppe.

Vordringlich umgebaut werden muß unser Rentensystem. Der von Bismarck initiierte Generationenvertrag ist renovierungsbedürftig. „Die Rentner müssen auch an ihre eigene Versorgung denken, nicht nur an Erben und Vererben“. In diesem Zusammenhang ist auch das Altenheim zu sehen. Wir dürfen nicht meinen „Altenheim ist Pflegeheim, wenn das die Lösung wäre, ist das die falsche Lösung. Richtig ist der Weg über das Mehrgenerationenhaus und die altersgerechte Wohngemeinschaft.“ Keine Gegenseitigkeiten, sondern Gemeinsamkeiten von Jung und Alt müssen unser Ziel sein.

Zuvor hatte Ortsverbandsvorsitzender Edgar Pöpel nach seinem Dank an die Vorstandskollegen an den Einmarsch der Amerikaner in Rehau am 19. April 1945, also vor genau 65 Jahren, erinnert. Nach der Hitler-Diktatur habe die heute ältere Generation aus ihrer Verantwortung heraus die Initiative ergriffen und das Vaterland wieder aufgebaut. Auch Rehau sei zu einer blühenden Stadt geworden. Mit dem Rücken zu Wand oder eher zum Eisernen Vorhang wurden Industrien aufgebaut, beispielgebend das heutige Unternehmen REHAU AG. „Tradition ist Auftrag und Verpflichtung und wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch dem Einzelnen gut“. Damit verband Pöpel auch seinen Dank an die Rehauer Industrie.

„Die abgestumpfte Gesellschaft müsse wieder den Glauben an die Zukunft zurück gewinnen, den Menschen muß eine Richtschnur gegeben werden. Die christlich-sozialen Grundsätze müssen Leitlinie für ordnungspolitische Vorstellungen sein“.

Auf die Stadt Rehau eingehend, betonte Pöpel, daß angestrebt werde, Seniorenbeiräte verpflichtend in den Kommunen einzurichten, um der demographischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Zur Demographie ist festzustellen, daß bereits heute allein in Rehau 700 Leute im sozialen Bereich tätig sind. Fachärzte, die Rummelsberger Anstalten, das Martin-Luther-Haus, die Bezirksklinik, die Diakonie und demnächst das Mehrgenerationenhaus lassen uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Stellvertretender Vorsitzender Karl Friedrich Pelz erinnerte in seinem Jahresrückblick an die Ziele der Senioren-Union: Zum einen die Interessen der Generation von der Kommune bis hinauf nach Berlin besser vertreten zu wissen und zum zweiten, die Jungen besser und frühzeitiger zu integrieren. „Wir versuchen, die Verbindungen zur Kommune auszubauen und zu sichern, dazu nutzen wir auch die Verbindungen zu Nachbarn“. Er erwähnte die optimale Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Wunsiedel unter Führung von Heinz Brucker und bemängelte, daß der Kreis Hof der einzige Kreis Oberfranken sei, der noch keinen Kreisverband der Senioren-Union habe. Um dieses Manko auszugleichen, müssen die Verbindungen zu Abgeordneten und anderen Verbänden umso intensiver gepflegt werden. „Wir alle wissen, wie vorteilhaft die unschätzbaren Drähte von Edgar Pöpel einzuordnen sind. Er nutzt seine Kontakte nicht nur für die Rehauer Senioren, sondern er setzt sich nach wie vor auch heute noch für Problemlösungen ein, wenn Bürger an ihn heran treten“. Pelz sagte ihm auch dafür herzlichen Dank und erntete damit den Beifall der Versammlung. „Auch das ist christlich-soziale Arbeit, auch wenn dies in der Regel nicht an die große Glocke gehängt wird“

Als Negativ-Erlebnisse schilderte Pelz, daß es nicht gelungen ist, die Fraktion zu überzeugen, wie sinnvoll und im Interesse der älteren Generation die Einrichtung eines Seniorenbeirates sei, auch der Vorschlag eine sogenannte „Tafel“ für nicht so begüterte Mitbürger anzuregen, sei nicht angekommen. Die Forderung, die Arbeit der Jungen Union anzukurbeln, habe noch nicht zum Erfolg geführt.

In seinem Rückblick auf die Aktivitäten der Senioren-Union in den letzten 12 Monaten stellte er die Vortrags- und Diskussionsreihe „Älter werden in Rehau“ mit vier Veranstaltungen und den angehängten Vortrag über Demenz mit Professor Dr. Elmar Gräßel in den Vordergrund. An drei Gedenktagen wurden Blumen niedergelegt, zwei Busausflüge und zwei Betriebsbesichtigungen runden das Bild ab. Mit dem Ausblick auf die Veranstaltungen in den nächsten Monaten bis hin zum Jahresende beendete Pelz die Informationen für die Mitglieder, nicht ohne darauf hinzuweisen, „daß sich die Senioren-Union auch erlaube kritische Marginalien anzubringen, wenn gesehen wird, daß etwas aus dem Ruder läuft“.

Kassier Reinhard Tröger berichtete von einer geordneten Kassenlage, das abgelaufene Jahr habe sogar einen kleinen Überschuß gebracht, was allerdings nicht die Spendenfreudigkeit der Freunde und Mitglieder beeinflussen sollte. Da Alfred Fraaß in die Vorstandschaft berufen wurde und damit als Kassenprüfer ausscheidet, wurde Hartmut Burau neben dem bereits gewählten Bernd Löffler als Kassenprüfer gewählt.

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