Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Tipps zur Verzögerung von Demenz-Erkrankungen

Rehau – 08.03.2010 – Proppenvoll waren Gastzimmer und Nebenzimmer des Hygienischen Vereins bei dem Vortrags- und Diskussionsabend, zu dem die Senioren-Union der CSU Rehau eingeladen hatte. Von der Senioren-Union wird dies als Beweis gewertet, dass mit der Themenwahl und der Referentenwahl wieder voll die Interessen der Bevölkerung getroffen wurden.

Eingangs begrüßte Vorsitzender Edgar Pöpel neben den Vertretern der Rehauer sozialen Organisationen und der Anstalten im besonderen die Eltern von Professor Dr. med. Elmar Gräßel, den früheren Rektor der Gutenbergschule als Urgestein der hiesigen Pädagogen Ernst Gräßel mit seiner Frau Ada, die es sich nicht nehmen ließen, der Veranstaltung beizuwohnen.

Wie Professor Gräßel ausführte, sind die Demenzen an der Spitze mit der Alzheimer Krankheit inzwischen zu einer Volkskrankheit mutiert. Jährlich müssen Milliarden zur Behandlung und zur Pflege aufgebracht werden und die Kosten werden weiter steigen, weil aufgrund der Fortschritte in der Medizin die Leute immer älter werden. „Nach den bisherigen medizinischen Erkenntnissen ist Demenz nicht heilbar, deshalb muß der Schwerpunkt der Behandlung auf der Vorbeugung liegen“, so Professor Gräßel. Wenn schon die Krankheit nicht verhindert werden kann, so müssen wir alles tun, um den Verlauf zu mindern. „Wichtig ist es, jeden subjektiven Verdacht einem Arzt vorzustellen, um über einen klinischen Befund zu definieren, um welche Krankheit es sich handelt“.

Die Demenz ist ein individueller Entwicklungsprozeß und vergleichbar mit anderen Degenerationen im Körper, beispielsweise mit der Abnutzung von Gelenken. Eine Präventation ist mitunter schwierig, weil jeder Mensch anders veranlagt ist und Behandlungsschritteund Behandlungsmethoden nicht pauschalisiert werden können. Und damit kam der Referent auf den Kern des Abends zu sprechen, nämlich die Frage, ob und wie eine Demenz behandelt werden kann. „Man kann nicht voraussagen, wie der Patient auf eine Therapie reagiert, es ist durchaus möglich, dass eine Behandlung abgebrochen werden muß, aber wenn man nicht behandelt, hat man schon vonvornherein verloren“.

Es gilt also abzuwägen, wie die einzelnen Risikofaktoren zu beeinflussen sind. Ein mögliches Risiko ist das zunehmende Lebensalter, aber dieses Risiko ist nicht beeinflussbar. Nachweisbar ist mitunter auch eine genetische Veranlagung, auch in diesem Fall ist es schwierig dagegen anzukämpfen.

Es gibt aber auch viele Faktoren, die der Mensch beeinflussen kann. Er sprach dabei eine gesunde Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren an, man sollte sich viel an der mediterranen Kost orientieren, viel Obst, Gemüse und Meeresfisch verzehren. Alkohol in geringem Maße ist zulässig, aber auch hier liegen die Grenzwerte sehr niedrig. Unbedingt zu beachten sind die Gefäßrisikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Blutfette, Zucker. „Ein gut eingestellter Bluthochdruck bedeutet eine sichere Seite“

Unbedingt wichtig ist auch, sich regelmäßig körperlich zu bewegen und auch regelmäßig geistig aktiv zu sein. „Spielen Sie mit Ihren Enkeln Kanaster oder andere Karten- und Brettspiele, Sie werden zwar meistens verlieren, aber Sie haben Freude daran und verringern gleichzeitig Ihr Demenzrisiko“ riet Professor Gräßel, bevor er zum Schluß noch auf teilweise noch nicht veröffentlichte Studien einging, die neue Erkenntnisse bringen sollen über Schulung der Ärzte und Angehörigenberatung, über kognitive Aktivierung und spirituelle Einstimmung, aber auch über Arbeiten am PC bis hin zu PC-Spielen.

Edgar Pöpel bedankte sich für die reichen Informationen, die der Referent in auch für den Laien verständlicher Form übermittelt habe. Er stellte die Stadt Rehau als „Gesundheitsgarten für die Region“ dar und verwies dabei auf das umfangreiche Ärzteangebot in Verbindung mit Altenheimen, den Möglichkeiten altersgerechten Wohnens und den sozialen Einrichtungen. Dem stimmte auch Professor Gräßel zu, als er feststellte, dass Rehau schon sehr weit sei mit „einem Geflecht an vielseitigen Unterstüzungsangeboten, die Angehörige rechtzeitig unter die Arme greifen und eine häusliche Versorgung frühzeitig vermitteln. Wenn der Versorgungsfall eintritt, gehen Sie nicht verkrampft an die Sache heran, suchen Sie das machbare, dann haben Sie gute Chancen etwas für sich selber und für Ihre Angehörigen zu tun“.

K.F.

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