Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Moderne Lederherstellung lockt viele Besucher

Rehau – 12.11.2009 – Ins Schwarze getroffen hatte die Senioren-Union der CSU Rehau mit einer Betriebsbesichtigung der Südleder GmbH. Es hatten sich so viele Besucher eingefunden, dass die Führung in zwei Gruppen aufgeteilt werden musste. Das lag sicherlich auch daran, dass viele frühere Mitarbeiter oder auch deren Angehörige die Gelegenheit nutzten, um sich über den heutigen Stand der Technik bei der Lederherstellung zu informieren. Schließlich wurde in Rehau seit fast einhundert Jahren neben den ursprünglichen Hausgerbereien Leder in drei großen Lederfabriken industriell gegerbt, bevor in den Jahren 1979/1984 durch Gründung der Südleder GmbH eine neue Ära des Gerbens anbrach.

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Herr Peter Pöppel, und die Leiterin der Bereiche Kläranlage und Labor, Frau Dr. Beate Haaser, hatten es übernommen, die Besucher durch die Produktion zu führen. Zwar hat sich die Technik der Lederherstellung mit den Hauptbereichen Wasserwerkstatt und Gerberei nicht geändert, beeindruckend waren aber die Humanisierung und Automatisierung der Abläufe. EDV-gestützte Steuerungssysteme sorgen für eine rationelle Produktion und ein für die Branche einmaliges Umweltkonzept wurde durch die Zertifizierung nach den ISO-Richtlinien belohnt. Der den alten Rehauern bekannte penetrante Geruch des Leimleders gehört längst der Vergangenheit an. In enger Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und mit der chemischen Industrie wurden Verfahren entwickelt, die das Fett aus den Abfällen herauslösen und nach einer geruchsneutralen Zwischenlagerung energetisch nutzen. Die Hälfte der benötigten Heizenergie wird damit abgedeckt.

Das weiche Wasser in Rehau, das schon bei der früheren Ansiedlung der Lederindustrie in Rehau ausschlaggebend war, ist auch heute noch ein wesentlicher Standortvorteil. Das für die Produktion erforderliche Wasser wird aufgrund der alten Wasserrechte nach wie vor dem Potrasbach und der Schweßnitz entnommen. In der Kläranlage hinter der Katharinenhöhe, die von der Stadt gebaut wurde und dann im Jahre 1986 aufgrund des Engagements des damaligen Bürgermeisters Edgar Pöpel von der Südleder übernommen wurde, werden den aus der Produktion anfallenden Abwässern nahezu 99 % der chemischen Schadstoffe entzogen. Das soweit vorgereinigte Abwasser wird zur endgültigen Klärung an die Kläranlage in Unterkotzau geleitet, wo es etwa 7 % der dortigen Kapazität auslastet, etwa den gleichen Anteil, den auch die restlichen Abwässer der Stadt Rehau ausmachen.

Interessant war es auch zu hören, wie die kaufmännische Abwicklung umgestellt wurde. Während früher die Rohhäute von den Lederfabriken angekauft, verarbeitet und dann weiterverkauft wurden, hat Südleder komplett auf Lohngerbung umgestellt. Das unternehmerische Risiko wurde damit verlagert, das Unternehmen bietet dafür seinen Geschäftspartnern stabile Produktionsbedingungen mit integriertem Qualitätsmanagment.

Der Vorsitzende der Senioren-Union der CSU Rehau, Edgar Pöpel, dankte nach dem Rundgang für die gewonnenen Informationen. Er zeigt sich erfreut über die weitsichtige Unternehmensführung und das Engagement, das die 250 Arbeitsplätze sichere und den Ruf der Rehauer als Lederstädter wieder in die Region hinaustrage.

K.F.

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