Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Überörtliches Mehrgenerationenprojekt vorgestellt

Senioren-Union der CSU Rehau beklagt mangelndes Interesse der Mandatsträger – Stadt Rehau hat Anfrage zur Bestellung eines Senioren-Beirates negativ beschieden

Rehau – 15.06.2009 - Trotz einer gleichzeitig stattfindenden Musikveranstaltung und des Schützenfestes in Rehau zeigte sich der Vorsitzende der Senioren-Union der CSU Rehau Edgar Pöpel überrascht von dem starken Besuch des jüngsten Vortragsabends im Hotel Krone. Auch der Kreisvorsitzende der Senioren-Union Wunsiedel Heinz Brucker aus Hohenberg/Eger war gekommen. Allerdings war kein Mandatsträger einer Partei aus Stadtrat und Kreistag und niemand von der Verwaltung der Stadt Rehau unter den Gästen. Gerade aus diesen Kreisen hatte man sich zu dem Thema „Generation 1-2-3, ein überörtliches Altenhilfe- und Mehrgenerationen-Konzept“ mehr Interesse erhofft.

Generation 1-2-3 ist ein gemeinsames Projekt der Städte und Märkte Oberkotzau, Schwarzenbach, Sparneck und Zell aus dem Landkreis Hof und Kirchenlamitz, Marktleuten, Röslau, Schönwald und Weißenstadt aus dem Landkreis Wunsiedel. Der Teilnehmerkreis ist nicht begrenzt, es können jederzeit noch weitere Städte und Gemeinden aus der Region dazu stoßen. Getragen wird das Projekt von den beteiligten Gemeinden und dem Sozialministerium. Projektleiter ist der Diplom-Soziologe Michael Stein, der sein Büro im Rathaus in Schwarzenbach hat und der zunächst einen Überblick über das Programm gab.

Ausgangspunkt waren die von der Bundesregierung geförderten Projekte Stadtumbau West, in der Region bekannte Themen sind die Verwendung des Winterling-Areals in Schwarzenbach. Durch die Zusammenarbeit der Gemeinden sollen die Kosten erträglicher werden und gleichzeitig effezientere Ergebnisse erarbeitet werden. Eine Verknüpfung mit den Stadt- und Gemeinderäten und den kommunalen Verwaltungen, sowie den sozialen Organisationen wie VdK, Caritas, Diakonie ist unumgänglich. Derzeit laufen noch Auswertungen, ob es besser ist über einen Runden Tisch oder über ein neues Gremium voran zu kommen. Auch die Bestellung eines Seniorenbeauftragten aus den Gemeinderäten oder eines Seniorenbeirates werde noch diskutiert. Wie sich im Verlaufe des Abends zeigte, hat die Stadt Rehau eine diesbezügliche Anfrage der Senioren-Union bereits vor einigen Monaten negativ beschieden.

Obwohl in der Region schon ungewöhnlich viele Ehrenamtliche aktiv seien, hält es Michael Stein für sinnvoll, mit einer Ehrenamtsbörse auch überörtlich noch weitere freiwillige Mitarbeit zu forcieren.

Das Problem der Fachärzte und Apotheken ist in anderen Gemeinden vordringlicher wie in Rehau. Durch eine Verbindung über den ÖPNV kann hier vieles verbessert werden. Gerade im fortschreitenden Alter werde die Mobilität immer wichtiger. Ältere Mitbürger haben hier einen anderen Blickwinkel wie junge Leute und deshalb müssen Ideen wie die Einrichtung eines Bürgerbusses ständig weiterverfolgt werden. In Schwarzenbach nutzt man jetzt das Angebot über den Landkreis, der die Hälfte der Kosten übernimmt. Auch in Rehau steht ein Bus zur Verfügung, der weitgehend über die Werbung finanziert wird. Hier kann eine interkommunale Zusammenarbeit nur von Nutzen sein. Für die Verbindung von Einkaufsmöglichkeiten eröffnen sich mitunter Chancen, die bei oberflächlicher Betrachtung nicht erkannt werden. Der Referent erinnerte an den in Schwarzenbach neu eröffneten Edeka-Markt, der zu einer Begegnungsstätte für jung und alt geworden ist, weil bereits bei der Planung über den Kommerz hinaus auch gesellschaftliche Prioritäten gesetzt wurden.

Michael Stein verwies auf die optimalen Voraussetzungen, die in Rehau über die Diakonie mit dem Rummelsberger Alten- und Pflegeheim und mit dem Martin-Luther-Haus gegeben seien. Über die Pflege ergeben sich immer weitere Möglichkeiten, die in die ambulante Pflege und die Tagespflege münden. Auch die Möglichkeiten der Verpflegung sind noch längst nicht ausgeschöpft. In diesem Zusammenhang wurde auf das Mehrgenerationenhaus (MGH) verwiesen, das nicht auf die Alten- und Behindertenfürsorge begrenzt sein werde, sondern zu einem Begegnungsplatz und zu einem Kommunikationsort für alle Generationen werden soll.

Von Edgar Pöpel wurde ins Feld geführt, dass die Medizinischen Versorgungszentren (MZV) wie in der Bahnhofsstraße mit dem Geburtshaus über Fachärzte bis hin zur Apotheke anfangs keine Zustimmung fanden. Heute möchte dies Einrichtung niemand mehr missen.

Michael Stein teilte mit, dass das Projekt im nächsten Jahr nach außen über die Region Hochfranken hinaus getragen werden soll. Wir sollten unser Licht nicht unter den Scheffel stellen und nicht immer nur jammern und klagen und nach Hilfe rufen. Mit Fichtelgebirge und Frankenwald bieten wir eine familienfreundliche Umgebung mit einer herrlichen Natur, die Lebenshaltungskosten und die Mieten sind verhältnismäßig niedrig. Mit diesen Fakten können wir punkten und auch die ständig beklagte Abwanderung einmal ins Gegenteil verkehren. Es muß nicht immer nur in Richtung Ballungszentren gehen, die Metropolregion Nürnberg kann sich auch einmal dezentral weiterentwickeln. Damit diese Vision eines Tages Wirklichkeit wird, müssen wir weiterhin die erforderlichen Einrichtungen ausbauen.

In der Diskussion wurde zum Schluß noch der geplante Pflegestützpunkt für unsere Region in Hof angesprochen. Mit diesen Pflegestützpunkten sollen die verschiedenen Einrichtungen koordiniert werden und den Betroffenen und den Angehörigen umfassende Hilfestellung angeboten werden. Auch die zweifellos vorhandene Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Organisationen und auch zwischen privaten und öffentlichen sozialen Einrichtungen werde damit koordiniert und durchsichtiger werden. Nicht zuletzt die Schwellenangst, die bei der ersten Kontaktaufnahme immer vorhanden sein wird, soll mit dem Pflegestützpunkt gemildert werden. Es blieb noch die Frage, ob Rehau nicht versuchen sollte, diesen Pflegestützpunkt nach Rehau zu holen und in das Mehrgenerationenhaus zu integrieren.

K.F. 16.06.2009

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