Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Die Rummelsberger Anstalten sind für Rehau Gold Wert

Ute Hopperdietzel und Alexander Leßmann zu Gast bei der Senioren-Union der CSU

Rehau - 10.02.2009 - „Die Stadt Rehau kann sich glücklich schätzen, die Rummelsberger Anstalten vor Ort zu haben“. Diese Feststellung von Fachbereichsleiter Alexander Leßmann von der AOK Hof dominierte den ersten Abend der neuen Vortrags- und Diskussionsreihe „Älter werden in Rehau“, zu dem die Senioren-Union der CSU Rehau eingeladen hatte.

Nach der Eröffnung durch den Ortsverbandsvorsitzenden Edgar Pöpel und der Vorstellung der beiden Referenten hatte zunächst Ute Hopperdietzel von den Rummelsberger Anstalten das Wort. Sie war für den erkrankten Geschäftsführer Peter Krauß eingesprungen.

Die Aufgabengebiete des Alten- und Pflegeheimes am Schild sind in drei Bereiche gegliedert: Stationäre Pflege, ambulante Pflege und die Sonderprogramme Romeo und Julia. Die Referentin schilderte übersichtlich und überzeugend den vielfältigen Service, der in dem Rehauer Altenheim geboten wird. Über die viel genutzte Kurzzeitpflege bis hin zu der richterlich angeordneten Unterbringung in der geschlossenen Abteilung, der Vermittlung von Notrufgeräten, dem ambulanten Essen auf Rädern und alternativ dem offenen Mittagstisch reicht heute das Angebot. Stolz sei die Geschäftsführung auf die Zertifizierung mit drei Prüfsiegeln, womit die Qualität des Hauses bewertet wurde.

ROMEO und JULIA bei den Rummelsbergern hat nichts mit der berühmten Liebesgeschichte zu tun. Aber die beiden Programme - eine Entwicklung des Rehauer Altenheimes -zielen auf die Liebe zu den Mitmenschen. Allein die Erklärungen für die Begriffe zeigen den Inhalt: Rummelsberger organisieren für Menschen Entlastung vor Ort für ROMEO und Jederzeit Unterstützung für das Leben im Alltag für JULIA weisen den Weg für die 113 Ehrenamtlichen, die im Rehauer Heim für Pflegebedürftige sorgen, die vermitteln und vermittelt werden. Sie bringen Hilfe und Unterstützung für die Menschen zu Hause, für pflegende Angehörige und für an Demenz erkrankte.

Zum Schluß ihrer Ausführungen wies Ute Hopperdietzel auf das große gemeinschaftliche Fest am 2. Mai in den Anlagen am Schild hin. Dort sollen die Bevölkerung von Rehau zusammen mit den Bewohnern des Heimes fröhliche Stunden verbringen, sich einander begegnen und miteinander reden. Schon jetzt seien die Zuhörer dazu eingeladen.

Alexander Leßmann von der AOK war es vorbehalten, sich näher mit der Pflegeversicherung zu befassen. Allein in Stadt- und Landkreis Hof gibt es 4000 Pflegebedürftige. Mit Stolz blicke man auf die Stadt Rehau, wo durch die Diakoniestation und die Rummelsberger Anstalten und das Martin-Luther-Haus überschaubare Strukturen und verlässliche Organisationen vorhanden seien. Die Formalitäten durch den Pflegebedürftigen bis hin zu den Pflegeheimen müssen von der AOK abgewickelt werden, wobei aber der Begriff Pflegebedürftigkeit noch nicht einmal umfassend definiert sei, weil er nur somatisch ausgerichtet ist. Beim Pflegegeld wird unterschieden in die ambulante Pflegesachleistung bei häuslicher Pflege und das Pflegegeld für Angehörige oder Freunde, beide Leistungen sind in drei Stufen unterteilt. Besonders in Rehau funktioniert der Pflegedienst durch die Rummelsberger ohne Probleme. Die Begriffe Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege in voll stationären Pflegeeinrichtungen und teilstationäre Pflege ebenso wie die Tagespflege wurden von Alexander Leßmann umfassend erläutert, letztere soll in Rehau demnächst eingeführt werden.

Im dem Zusammenhang wurden natürlich auch die Euro-Beträge angegeben, die über die Pflegeversicherung abgedeckt sind. Der Referent wies darauf hin, dass er jedem nur raten könne, eine private Pflege-Zusatzversicherung abzuschließen, um später bei einem eintretenden Pflegefall einem bösen Erwachen vorzubeugen. Empfehlenswert und in letzter Zeit auch vermehrt ist festzustellen, dass immer mehr 40 - 50-jährige solche Zusatzversicherungen meist als Tagegeldversicherungen abschließen, wenn sie bei Angehörigen erleben, welche finanziellen Deckungslücken entstehen können. Nach seiner Einschätzung ist der derzeitige Beitragssatz für die Pflegeversicherung von 1,95 % bzw. 2,15 % auf Dauer nicht zu halten, wir müssen mit einer Anhebung der Sätze rechnen.

Abschließend kam Alexander Leßmann noch auf den Medizinischen Dienst (MDK) zu sprechen, der für die Einstufung in die Pflegestufen aber auch für die Qualitätsssicherung der Alten- und Pflegeheime zuständig ist. Künftig sollen alle Heime mindestens einmal jährlich unangemeldet besucht und kontrolliert werden, der Standard soll dann mit Sternen, ähnlich wie bei Hotels und Gaststätten, dokumentiert werden.

In der Diskussion wurden anfangs nur einfache Fragen aufgeworfen, z.B. wie eng oder wie weit ist der Begriff Angehörige auszulegen, vor allem wenn diese zur Deckung der Kosten mit beisteuern müssen. Darauf aufbauend wurden die Wortmeldungen dann aber lebhafter, als zur Sprache kam, dass bei einem Pflegefall durchschnittlich mit 1300 Euro Eigenanteil pro Person gerechnet werden muß, und dann die eigenen Ersparnisse oder auch Immobilien mit einbezogen werden. Wenn dies durch die Rente nicht abgedeckt werden kann oder jemand das nicht aufbringen kann, geht es in die Sozialhilfe und der Pflegebedürftige erhält nur noch ein Taschengeld. Für die Senioren-Union der CSU war das ein Signal: Für die nächste Veranstaltung in der Reihe „Älter werden in Rehau“ - voraussichtlich im April - sollen qualifizierte Experten eingeladen werden, die im besonderen die finanziellen und vermögensrechtlichen Auswirkungen bei einem Pflegefall beleuchten.

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