Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Moderne Telemedizin vernetzt unsere Region mit den medizinischen Hochburgen

Der Schlaganfall , seine Behandlung und seine Folgen – Das Netzwerk STENO

Rehau - 18.11.2008 - „Nach der Statistik sterben in Deutschland in jeder Stunde zehn bis zwölf Personen an den Folgen eines Schlaganfalles“, mit dieser Alarmmeldung eröffnete Chefarzt Professor Dr. Thomas Podszus im Hotel Krone seinen Vortrag, zu dem ihn die Senioren-Union der CSU Rehau eingeladen hatte. Zuvor hatte der Vorsitzende Edgar Pöpel, zugleich Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes Hof, den Gast begrüßt und dem Publikum mit seinem Verantwortungsbereich im SANA-Klinikum Hof vorgestellt.

Das menschliche Gehirn ist die Schaltzentrale für den Organismus. Über die Hauptschlagadern wird das Gehirn mit Energie versorgt. Wenn diese Versorgung nicht funktioniert, ist früher oder später der Schlaganfall unausweichlich, es kommt zum Hirninfarkt oder zur Hirnblutung. Treffen mehrere Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck zusammen, vervielfacht sich die Gefahr. Betroffene sollten deshalb zumindest eine Reduzierung bei einzelnen Faktoren anstreben, soweit eine komplette Ausschaltung des Risikos nicht möglich ist.

Erschreckend ist die Zunahme der Fettsucht schon bei Kindern. Zum kleineren Teil ist diese genetisch bedingt, viel größer ist diese zurückzuführen auf unsere heute leider übliche Ernährung. Vorübergehender Durchblutungsmangel (TIA) ist ein Alarmzeichen, das keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden darf.

In seinem mittels Beamer eindrucksvoll unterstützten Vortrag kam Professor Podszus dann auf den akuten Fall zu sprechen und vor allem, was für den Patienten und mehr noch für die Angehörigen zu beachten ist. Wichtig sind vor allem die ersten drei Stunden nach Eintreten des Schlaganfalles und das Verhalten bis zum Eintreffen des Notarztes. Mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, können sich die späteren Probleme erhöhen.

Prophylaktisch kann jeder sein Risiko mindern, der Referent führte dazu verschiedene Maßnahmen auf. Dazu zählen regelmäßige Blutdruckkontrolle, genaues Einnehmen der Medikamente, Reduzierung der Blutfette, Verringerung des Übergewichtes. Nicht so gravierend, aber trotzdem wichtig ist eine Reduzierung des Rauchens und des Alkoholgenusses.

Dann berichtete Professor Podszus über die seit 1. Juli neu eingerichtete und unter seiner Regie stehende Schlaganfall-Abteilung, neudeutsch Stroke Unit, die im Klinikum mit vier Betten ausgerüstet ist und mit einer Intensiv-Station vergleichbar ist. Über Kameras und Bildschirme sind die für uns nächstgelegenen Stationen in Hof, Marktredwitz und Kulmbach mit den Schlaganfallzentren Bayreuth, Nürnberg und Erlangen und damit mit den entsprechenden Spezialisten verbunden. Höchstens 30 Minuten dauert es, bis eine Diagnose erstellt ist und die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden können. Wenn der Patient erst in das nächste Zentrum transportiert werden müsste, würde wertvolle Zeit verloren gehen. Diese moderne Telemedizin im lokalen Krankenhaus hilft uns also, den alles entscheidenden Faktor Zeit in Grenzen zu halten. Im Fachjargon wird dieses Netzwerk mit dem Begriff STENO bezeichnet.

Vorsitzender Pöpel dankte dem Referenten für seine eindringlichen Argumente und für die auch für den Laien leicht verständliche Darstellung. Er zeigte sich überzeugt, dass mit dieser modernen Telemedizin der Raum Hof-Rehau besser mit den medizinischen Hochburgen vernetzt ist.

In der anschließenden Diskussion wurden noch viele Fragen aufgeworfen, wie Einfluß der genetischen Faktoren, Fachfragen zu Cholesterin, Themen wie Ergotherapie-, Physiotherapie-, Logopädie-Behandlung auf der Station, aber auch für die Behandlung und das Verhalten gegenüber Wachkomapatienten.

K.F.

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