Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Direktor Würstl: Finanz-Anlagen sind sicher

Rehau - 22.10.2008 - Es war sicherlich Zufall: Der von der Senioren-Union der CSU Rehau organisierte Vortrags- und Diskussionsabend mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Fichtelgebirge Bernd Würstl war just auf den Tag terminiert, an dem der bayerische Finanzminister Erwin Huber in München seinen Rücktritt erklärte. Die Zuhörer konnten sich also auf aktuelle und brisante Informationen freuen.

Vorsitzender Edgar Pöpel erklärte bei der Begrüßung in kurzen Zügen den beruflichen Werdegang von Bernd Würstl, der zusammen mit drei Mitarbeitern nach Rehau gekommen war. Dabei umriß er auch die geschichtliche Entwicklung der Sparkasse Rehau bis zur Fusion mit Selb und Marktredwitz. Die Stadt Rehau ist heute mit knapp 10 % Anteilseigner an der Sparkasse Fichtelgebirge.

Gleich zu Beginn seines Referates stellte Bernd Würstl fest, dass eine Lösung der jetzigen Finanzkrise ohne den Euro nicht möglich geworden wäre, die Weltwirtschaft hätte in eine Situation wie im Jahre 1929 taumeln können. Die Entwicklung in Island und neuerdings auch in Ungarn müsse heute mit Argusaugen beobachtet werden, selbst die Schweiz mit ihrer enormen Bankendichte erfordere erhöhte Aufmerksamkeit. Grundsätzlich sei aber zu registrieren, dass die Anlagen in der Sparkasse und der Landesbank heute als sehr sicher anzusehen seien.

Auslöser für die Finanzkrise waren die verbrieften Wohnungsbaukredite in Amerika und die Entwicklung, die dann zu uns herüber schwappte. Unsicherheiten können auch künftig auftreten, wenn in einer nächsten Welle die Kreditkarten-Schulden, die in Amerika viel größere Ausmaße haben als bei uns, für neue Unruhen sorgen. Nicht gerade förderlich waren die Äußerungen eines bekannten Managers einer deutschen Privatbank, der eine Eigenkapitalrendite von 25 % anpeilte. Die sich ergebenden Liquiditätsengpässe konnte Bernd Würstl anschaulich erklären, die Pleite von Lehman-Brothers in Amerika war die logische Folge. Auch das fehlende gegenseitige Vertrauen der Bankhäuser untereinander förderte den Weg an den Abgrund. Erst die weltweiten Maßnahmenpakete, auch der deutschen Bundesregierung in der vergangenen Woche, bremsten den freien Fall der Märkte.

Die hohen Zinsen bei ausländischen Emittenden und selbst bei deutschen Banken erfordern eine erhöhte Vorsicht. Bei uns rückt die Sicherheit der Geldanlagen wieder in den Vordergrund. Die jetzigen hohen Zinssätze bei kurzen Laufzeiten seien ein Signal für Geldbedarf.

Dann kam Bernd Würstl konkret auf die Sicherheiten bei den Sparkassen zu sprechen. Man sei keine Beteiligungen an verbrieften Wohnungsbaukrediten eingegangen. Über die sogenannte Institussicherung treten die Sparkassen untereinander ein, auch die Landesbank und die Landesbausparkasse seien hier integriert und sorgen für eine überregionale Absicherung.

Auf Details bei verschiedenen Papieren eingehend, erklärte er unter anderem, wie Investmentfonds wie DEKA-Anlagen oder Despa-Fonds als Sondervermögen ausgewiesen sind. Inhaberschuldverschreibungen sind im Sicherungsfond eingeschlossen. Zu den Aktien erklärte er, dass die Substanz nicht weniger geworden sei, wenn aufgrund der jetzigen Krise die Kurse gesunken sind. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) sind verbessert. Man müsse sich immer vor Augen halten, dass Anlagen in Aktien langfristig gesehen werden müssen und auf die Zeiträume gesehen immer positive Entwicklungen vorweisen können.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Garantieerklärung der Regierung eine Stärkung des Vertrauens der Sparer bewirkt habe. Die Schieflage eines Institutes darf nicht zur Schieflage des gesamten Finanzsystems führenEs kann also festgestellt werden, dass die Sparkassen nicht von den Turbulenzen betroffen sind, die Einlagen sind demzufolge sicher. Dies gilt auch für die Genossenschaftsbanken, die ähnliche Sicherungssysteme und gegenseitige Verpflichtungen, gewissermaßen Bürgschaften haben.

Abschließend streifte Bernd Würstl noch das Zauberwort Rating. Da diese Agenturen bisher in den USA beheimatet sind oder von dort aus beeinflusst werden, müssen wir künftig deren Bewertungen kritischer sehen. Am besten wäre eine eigene Agentur für Europa. Obwohl die Bayerische Landesbank unter den deutschen Banken aufgrund der Spread-Aufschläge sehr niedrige Werte aufzeigt, habe man sich mit der jetzigen Maßnahme unter den Schirm des Bundes begeben. Auch dies sei ein Zeichen für eine aktive und offene Marktpolitik der BayernLB.

Bevor er zur Diskussion überleitete, bei der von verschiedenen Zuhörern Detailfragen aufgeworfen wurden, bedankte sich Edgar Pöpel bei Direktor Bernd Würstl und seiner Mannschaft für die interessanten Ausführungen, die trotz der oftmals schwierigen Materie den Anwesenden deutlich vor Augen geführt wurden. Pöpel erklärte, dass uns die durch die Medien in den letzten Wochen auf uns eingeflossenen Sorgen mit dem Referat genommen wurden.

K.F.

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