Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau
Am 30.08.2008 brachte der Bayernkurier folgenden Artikel

Neue Tatkraft, bewährtes Gespann

Einst die JU, jetzt die Senioren-Union: Zwei Rehauer als Politik-Pioniere

Rehau – Ein halbes Jahrhundert Politik im Doppel: Edgar Pöpel und Karl- Friedrich Pelz gründeten vor 50 Jahren die Junge Union Rehau. Sie feiern das Jubiläum als Gründer der Senioren-Union, und wiederum als Vorsitzender und Stellvertreter.

Wenn Edgar Pöpel in dem 10.000-Einwohner-Ort Rehau die Birkenstraße entlang geht, verspürt er noch immer ein Gefühl der Genugtuung. „Karl-Marx-Straße“ stand mal auf den Schildern, in einer fernen Zeit, „die sich die jungen Leute jetzt gar nicht mehr vorstellen können“, wie der 70-jährige meint. In gerade mal 15 Kilometer Entfernung verlief die Grenze zum Warschauer Pakt, und erst wenige Jahre zuvor hatten die Sowjets in Ostdeutschland und Ungarn Aufstände gnadenlos niedergewalzt. Also setzten sich der junge Edgar Pöpel und seine Mitstreiter dafür ein, dass der Name des Ur-Kommunisten Marx getilgt werde.

Es war ein früher Erfolg der in Rehau noch besonders Jungen Union. Erst am 1. September 1958 hatte man sich gegründet. Noch auf der Rückfahrt von einem prägenden Erlebnis war der Entschluss gefasst worden. „Wir hatten Franz Josef Strauß in Hof gehört“, erinnert sich Karl-Friedrich Pelz, der als stellvertretender Vorsitzender der frisch gegründeten Gruppe gewählt wurde. „Und seine Rede hat uns so mitgerissen, dass uns klar war, dass wir einen Ortsverband gründen mussten.“

Wie sich herausstellte, eine mutige Entscheidung. Nicht nur, weil Rehau lange Zeit eine Bastion der Sozialdemokraten war, sondern auch wegen Widerstands aus den eigenen Reihen. „Da war mancher Alteingesessene sehr skeptisch“, erinnert sich Pelz. „Einer hat uns gesagt, wir sollen erst mal etwas Gescheites lernen“ erzählt Pöpel. Die Junge Union, zu Beginn 14 junge Männer und eine Frau stark, mischte sich dennoch ein – mit Erfolg. Das Jugendzentrum in Rehau gehört zu den bleibenden Errungenschaften der Jungpolitiker.

Gelernt haben Sie auch, und zwar gescheit. Pelz wurde Industriekaufmann, Pöpel Bäcker. Er holte einen Abschluss nach und studierte. Der Politik blieben beide verbunden, vor allem Pöpel wirkte auf vielen Positionen. Von 1983 bis 2007 war er Bürgermeister der zweitgrößten Stadt im Landkreis Hof, lange Zeit saß er in Kreis- und Bezirksrat. Aus Altersgründen hat er sich in den vergangenen Jahren von immer mehr Ämtern zurückgezogen.

Bis auf eine Ausnahme: Ein halbes Jahrhundert nach ihrem Start sind die beiden Pioniere wieder ganz vorne zu finden. Pöpel und Pelz haben vor einem Jahr eine Ortsgruppe der Senioren-Union gegründet – als erste in Oberfranken. Und wieder stellen sie die Führungsspitze, Pöpel erneut als Vorsitzender und Pelz wie gewohnt als sein Stellvertreter. Fast 60 Mitglieder hat die Gruppe mittlerweile. Pöpel sieht sein Engagement auch als Beitrag für den häuslichen Frieden: „Da ich nicht mehr Bürgermeister bin, wäre ich sonst viel öfter zu Hause“, sagt er und lacht. „Vielleicht wäre das meiner Frau gar nicht so recht, wenn ich immer Wirbel mache.

M.W.

zurück zur Übersicht

Seitenanfang