Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

SEN-Landesvorsitzender Prof. Dr. Weckerle zu Besuch in Rehau

Rehau, 16.07.2008 - Ein Jahr nach der Gründung im Juli 2007 hatte die Senioren-Union der CSU Rehau als Ehrengast zur Jahreshauptversammlung ihren Landesvorsitzenden Professor Dr. Konrad Weckerle eingeladen. Der Gast hat sich als Vorstandsvorsitzender der Rhein-Main-Donau AG und in gleicher Funktion auch der Bayernwerk Wasserkraft AG einen Namen gemacht. Professor Weckerle ist eine herausragende Persönlichkeit der bayerischen Wirtschaft, zudem engagierte er sich viele Jahre in der akademischen Lehre. An der TU München machte er sich besonders um die Ausbildung der Studierenden im Arbeits- und wirtschaftswissenschaftlichen Studium und im europäischen Wirtschaftsrecht verdient.

Bereits am Nachmittag hatte sich Professor Weckerle in einem Rehauer Industriebetrieb im Rahmen einer Betriebsbesichtigung umgeschaut. Er war sichtlich beeindruckt von der Innovationskraft und der Leistungsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft , war er doch zum ersten Mal in der Region, um sich in seiner Funktion in der Landesvorstandschaft der bayerischen CSU zu informieren.

Anschließend besuchte Professor Weckerle die Anlagen der Rummelsberger Anstalten am Schild, wo ihm der Heimleiter Krauß einen Überblick über die Tätigkeiten und das Engagement der Mitarbeiter gab. Nahezu überwältigt von der Einsatzbereitschaft der freiwilligen Mitarbeiter sagte der Gast, dass „derartiges nur im ländlichen Raum möglich und in Ballungsgebieten wie im Großraum München überhaupt nicht denkbar sei“.

Im Hauptreferat der Jahreshauptversammlung der Senioren-Union der CSU Rehau im Hygienischen Garten betonte Professor Weckerle eingangs seine Überraschung über die Spannkraft und die weltweite Bedeutung der Wirtschaft in der Region. Das unternehmerische Denken gepaart mit der Verantwortung für den Menschen bilden hier eine Symbiose, die den Glauben an die soziale Marktwirtschaft verstetige. Mit der Wirtschaft verband er das soziale Engagement, wie es ihm in den Rummelsberger Anstalten gezeigt worden sei. Dies erzeuge eine einmalige Lebensqualität und er schloß diesen Abschnitt seiner Rede mit der Aufforderung, „machen Sie weiter so!“

Auf die vergangenen und künftigen Wahlen eingehend, wies der Referent darauf hin, dass Analysen ergeben haben, zwei Drittel der über 60-jährigen wählen CSU. Die Kommunalwahl brachte flächendeckend ein Minus für die bürgerliche Seite. „Die Reaktion auf das Zerfleischen vor der Wahl in einigen Regionen bescherte uns vor allem bei den älteren Wählern mitunter eine Wahlabstinenz“.

Wie ein roter Faden zog es sich durch das Referat, dass wir den Abgeordneten klar machen müssen, um was es bei den Wahlen geht. Und die Senioren-Union muß die Vorbildfunktion übernehmen, um das CSU-Ziel von 50 % plus X zu erreichen. Er selber erwarte sogar 55 % plus X. Bayern ist die Spitze aller Bundesländer, wir müssen die Begeisterung für Bayern wecken. Die CSU muß allein regieren, um die Spitzenposition weiter zu halten. Ein Koalitionspartner würde uns in unserem Elan einengen, Berlin zeigt uns das deutlich.

Zum Rentenproblem verwies Professor Weckerle darauf, dass Biedenkopf schon vor 30 Jahren auf die steigende Rentenbezugsdauer hingewiesen habe, ohne gehört zu werden. Inzwischen sind wir soweit, dass Frauen durchschnittlich 18 Jahre lang Rente beziehen, Männer liegen bei 15 Jahren. Die Zahl der über 80-jährigen wird sich verdreifachen. Hier beginnt dann schon die Pflegeproblematik.

Die Siedlungsstruktur wird sich ändern. Die Bevölkerung wird sich weiter reduzieren und damit unsere Probleme verstärken. Die menschengerechte Stadt müssen wir anstreben, nicht nur für ältere, auch für die jungen Menschen. Da spielt auch die Bau- und Verkehrspolitik sowie die Bildungspolitik mit herein. Es kann nicht hingenommen werden, dass der JU-Bundesvorsitzende Missfelder öffentlich behauptet, „die Alten würden die Zukunft der Jungen verfressen. Wir Älteren erwarten keinen Dank, aber Respekt für das was wir getan haben und was wir tun werden“. Hier wurde das Referat durch den Beifall der Zuhörer unterbrochen, was zeigte, wie sich die Senioren-Unions-Mitglieder mit der Aussage des Redners identifizierten.

Aber die Senioren müssen auch fordern können, dass junge Leute erst einmal etwas lernen, bevor sie die Geschicke und die Politik bestimmen. Die Senioren sind bereit, den Jungen zu helfen, dieses Angebot muss aber auch angenommen und genutzt werden.

Zum Thema Arbeitsmarkt forderte Professor Weckerle eine Korrektur der Ideologie. Durch Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen werden immer mehr Leute aus dem aktiven Berufsleben hinausgedrängt. Ein Fehler war, dass bei der Bildung der großen Koalition in Berlin als erstes eine Verlängerung der Altersteilzeit vereinbart wurde. Wir müssen dahin kommen, dass eine Weiterbildung in den Unternehmen auch für ältere Mitarbeiter im Vordergrund stehen muß.

Nochmals auf die Pflege eingehend, stellte er fest, dass gegenüber früheren Zeiten leider ein großer Teil der Pflege von den Familienangehörigen auf Fremde abgeschoben wurde. Unser Ziel muß sein, gemeinsam mit den Jungen, dass unsere Pflegesysteme in allen Varianten wieder menschenwürdige Formen in den Vordergrund stellen. Einen Anreiz dazu kann natürlich auch die Reform des Pflegegeldes bringen.

Als Fazit seines Vortrages stellte Professor Weckerle abschließend die Frage, wie das alles zu schaffen sei. Und darauf gibt es nur eine Antwort: Gemeinsam mit den Jungen.

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