Senioren-Union der CSU
Erfahrung gestaltet Zukunft - Ortsverband Rehau

Richtig erben und vererben

Am vergangenen Dienstag hatte die Senioren-Union der CSU Rehau zum dritten Mal zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung eingeladen. In dem mit mehr als sechzig Interessierten überfüllten Gastraum der Jahnturnhalle referierte der Rehauer Notar Dr. Jörn Heinemann zu dem Thema „Richtig erben und vererben“.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Senioren-Union Edgar Pöpel stellte Herr Dr. Heinemann zunächst die Regelungen der gesetzlichen Erbfolge vor, nämlich wer nach dem Gesetz zum Erben berufen ist, wenn keine letztwillige Verfügung von Todes wegen vorliegt. Danach zeigte er die vielfältigen Möglichkeiten auf, um die gesetzliche Erbfolge abzuändern und durch weitere Maßnahmen die Durchsetzung des letzten Willens abzusichern. Neben der bloßen Erbeinsetzung oder Enterbung kann der Erblasser den Erben mit zahlreichen Pflichten belegen, indem dieser z.B. Vermächtnisse oder Auflagen erfüllen muß, dadurch dass er lediglich als Vorerbe eingesetzt wird und dadurch, dass die Verwaltung des Nachlasses in die Hände eines Testamentvollstreckers gelegt wird.

Auf besondere Aufmerksamkeit stießen in diesem Zusammenhang die Probleme des Pflichtteilrechts. Der Pflichtteil ist eine Art Erbersatzanspruch, der nur bestimmten Personen zustehen kann – nämlich dem Ehegatten, den Eltern und den Abkömmlingen - wenn diese von der gesetzlichen Erfolge ausgeschlossen werden oder weniger als ihren Pflichtteil zugewandt bekommen. Zur Vermeidung von drohenden Pflichtteilsansprüchen, die unter Umständen zur Veräußerung von Immobilienvermögen zwingen könnten, kann daher ein Pflichtteilsverzicht ratsam sein, der allerdings zur notariellen Niederschrift geschlossen werden muss.

Damit leitete der Referent über zu den Möglichkeiten, die Erbfolge durch Schenkung oder Überlassung zu Lebzeiten vorwegzunehmen. Diese vorweggenommene Erbfolge hat vor allem den Vorteil, dass man zu Lebzeiten eine klare Nachfolgeregelung treffen kann und sich durch die Einräumung von Gegenleistungen (z.B. eines Wohnrechts oder eines Nießbrauchs) und Rückforderungsklauseln so absichern kann, dass man weiterhin Einfluss auf das weggebene Vermögen nehmen kann. Außerdem können in diesem Zusammenhang Pflichtteilsverzichte nachvollziehbar vereinbart werden.

Zuletzt stellte Herr Dr. Heinemann die verschiedenen Formen vor, in denen eine Verfügung von Todes wegen errichtet werden kann. Während das Testament und das gemeinschaftliche Testament, welches nur Ehegatten schließen können, auch handschriftlich abgefasst werden können, kann ein Erbvertrag durch öffentliche Urkunde vor einem Notar errichtet werden. Auch wenn das notarielle Testament Kosten verursacht, hat es doch im Vergleich zum handschriftlichen Testament mehrere Vorteile, weil es zum einen fachgerecht abgefasst ist, stets in die amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht gegeben werden muß und außerdem unter Umständen die Kosten für einen Erbschein erspart, der so teuer wie ein notarielles Testament werden kann.

Im Anschluß an die Veranstaltung hatten die Zuhörer noch die Möglichkeit, dem Notar Fragen zu unterbreiten. Hiervon machten die Besucher auch lebhaften Gebrauch.

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